| Kommunen aktiv im Klimaschutz |
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| Mittwoch, 13. Januar 2010 | |
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Zum fünften Mal in Folge hat die im Jahr 2005 von Saint-Gobain Isover G+H AG gegründete Klimaschutz-Initiative CO2ntra ihren jährlichen Förderat verliehen. Insgesamt wurden neun Projekte im Bereich „kommunaler Klimaschutz“ ausgezeichnet. Ziel der Initiative ist es, gemeinnützige Projekte und kreative, wissenschaftliche Konzepte zu fördern, die das Umweltbewusstsein schärfen und möglichst viele Nachahmer finden. Heizölfreies Dorf in fünf Jahren Mit viel Engagement, Einfallsreichtum und konkreten Maßnahmen zum Energiesparen kämpft die Gemeinde Ascha für ein ambitioniertes Ziel: In fünf Jahren will das Dorf energieautark werden. Bereits jetzt produziert das Dorf 90 Prozent ihres Stroms selbst. Einer der Wärmeversorger in Ascha ist das 1995 erbaute Biomasseheizkraftwerk. Der Großteil der Energie liefert allerdings eine Solarstromanlage. Die Sonnenkollektoren produzieren auf einer Fläche von rund drei Hektar Ökostrom, mit dem jährlich 300 Haushalte versorgt werden. Die Gemeindemitglieder messen regelmäßig ihren Stromverbrauch, wodurch unnötige Stromfresser sofort ausfindig und unschädlich gemacht werden. Mit Stromspar-Wettbewerben, Informationsveranstaltungen, Förderprogrammen und vielem mehr schafft die Gemeinde für ihre Einwohner immer neue Anreize, Energiekosten zu senken. Energiekarawane Es waren keine Ölscheichs die mit ihren Kamelen durch die Straßen von Viernheim zogen, sondern Viernheimer Energieberater mit dem Auftrag viele Hausbesitzer über energetische Sanierungsmöglichkeiten zu informieren. Die Energieberater erläutern individuell die Energieverluste am eigenen Haus und zeigen das Einsparpotential durch energetische Sanierungen auf. Sie bieten zudem eine Kosten- und Nutzen-Analyse verschiedener Sanierungsmaßnahmen. Zusätzlich bekommt der Interessent noch das Angebot die städtischen Fördermittel zu nutzen. Um noch mehr Einwohner zu erreichen und alle von energetischen Sanierungsmaßnahmen zu überzeugen, zieht die Karawane auch im nächsten Jahr wieder durch die Straßen. 10 machen ernst Die Bürgerstiftung Wiesloch suchte für das Projekt „10 machen ernst“ im Sommer 2009 zehn Familien aus Wiesloch, die sich bereit erklärten, den eigenen CO2-Ausstoß innerhalb eines Jahres nachhaltig zu reduzieren. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verursacht derzeit rund 44 Tonnen CO2. Aufgabe der 10 Familien ist es, diese Zahl zu verringern. Zunächst wurden die ausgewählten Familien beraten, welche Maßnahmen zur CO2-Reduzierung überhaupt zur Verfügung stehen. Anhand eines CO2-Rechners informierten ehrenamtliche Berater der Bürgerstiftung über mögliche Einsparpotenziale in den Bereichen Haushalt und Energie, Mobilität sowie Ernährung und Konsum. Professionelle Beratung gab es für die Bereiche Heizung und Dämmung sowie Förderprogramme und Stromverbrauch. Dann setzten sich die Familien selbst ein Ziel, um welchen Betrag sie ihren CO2-Ausstoß reduzieren wollen. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern und der Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Experiments. Ziel ist es ein Best-Practice-Beispiel zu entwickeln, welches die Einwohner von Wiesloch einfach nachahmen können. ZEROplus Die Klimaschutz-Initiative CO2ntra zeichnete die Stadt Fellbach und den Stuttgarter Architekten Johannes Brucker für die Idee „ZEROplus“ aus. Die bekannten Konzepte des „Passivhauses“ und des „Plusenergiehauses“ werden weitergeführt und um den Bereich elektrischer Mobilität erweitert. Ziel ist der energie- und CO2-neutrale Wohnhaushalt, der das, was er verbraucht, mit vorort erzeugter, erneuerbarer Energie zurück gibt. Fellbach unterstützt dabei die Erwerber eines solchen Plusenergiehauses mit einem großzügigen Zuschuss. Bestandteil des Konzeptes sind eine wärmedichte Gebäudehülle, großzügige Wärmeschutzverglasungen und eine energieeffiziente Haustechnik im Passivhausstandard. Als weitere Bausteine kommen Elektrofahrzeuge hinzu. Neu im Energiekonzept ist, dass die Hausbewohner künftig ihr Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern gleichzeitig als Batterie für den selbst erzeugten Strom nutzen können. Da das Gebäudesystem eigenen Strom nutzt, der über leistungsfähige Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugt wird, kommt dem Elektromobil die Funktion eines Zwischenspeichers zu. Neue Ausbildungsgänge Durch den Boom der erneuerbaren Energien benötigt dieser neue Wirtschaftsbereich immer mehr qualifiziertes Personal. Doch der Ausbildungssektor reagiert erst nach und nach auf die Bedürfnisse des Marktes. Eine Umfrage der Beruflichen Schule des Wetteraukreises hat ergeben, dass die regionalen Betriebe dringend speziell ausgebildetes Fachpersonal benötigen. Dieses Ergebnis nahm die Schule zum Anlass um zwei neue Ausbildungsgänge zu schaffen. Seit dem Schuljahr 2008 können Absolventen der mittleren Reife eine Ausbildung als „AssistentIn für solare Energietechniken“ absolvieren. 2009 kam der zweite Ausbildungsgang als „AssistentIn für Biomasse und nachwachsender Rohstoffe“ hinzu. Der erste Jahrgang der künftigen AssistentInnen für solare Energietechnik macht 2010 den Abschluss und erwirbt insbesondere Fertigkeiten des Elektrogewerbes und aus dem Bereich Sanitär-Heizung-Klima. Im zweiten Ausbildungsgang zur AssistentIn für Biomasse und nachwachsende Rohstoffe sind die Lerninhalte, bedingt durch das breite Fachgebiet, umfangreicher angelegt. Die Absolventen werden sowohl im Bereich Land- und Forstwirtschaft als auch im SHK-Bereich geschult. Taschengeld-Contracting Energiesparen ist echte Detektivarbeit, denn Stromfresser verstecken sich überall. Wie sie sich aufspüren lassen, lernen jetzt Kinder zwischen 12 und 15 Jahren im Verein Planetenkinder. Schließlich sollen sie in Zukunft dafür sorgen, dass zu Hause Energie gespart wird und so gleichzeitig die Energiekosten sinken. Damit sich das für die Kinder auch lohnt, wandern 50 Prozent des dadurch eingesparten Geldes in die eigene Taschengeld-Kasse. Auch die Eltern profitieren von dem Contracting, durch niedrigere Stromkosten und durch mehr Wissen über energieeffiziente Maßnahmen im Haushalt. In einem Einführungsseminar lernen die jungen „Contractors“ alles, was sie über das Energiesparen, den Klimaschutz und die CO2-Reduzierung wissen müssen. Mit viel Hintergrundwissen rund um das Thema Klimaschutz, mit Checklisten und Strommessgeräten geht es dann nach Hause. Hier werden nun Stromfresser unschädlich gemacht und das Gelernte umgesetzt. Ziel des Projektes ist es, die Kinder für das Thema Klimaschutz und Energiesparen längerfristig zu begeistern. Stadtteil-Energieberatung Seit 2008 führt die Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft eine breit angelegte und kostengünstige Energieberatung in strukturschwachen Gegenden durch. Diese betroffenen Stadtteile kämpfen bereits seit einiger Zeit mit Sanierungsstaus und Leerstand und sollten durch neue Maßnahmen nun für Mieter attraktiver werden. Verfolgt wird mit dieser Beratung außerdem, die Energieeffizienz des Altbaubestandes signifikant zu verbessern und die Emissionen von klimaverändernden Treibhausgasen deutlich zu verringern. Die Hauseigentümer werden nicht nur im Hinblick auf das eigene Haus beraten, sondern werden auch motiviert, sich zu handlungsfähigen Gemeinschaften mit anderen Hausbesitzern zu vernetzen. Denn gemeinsam mit Nachbarn kann der Eigentümer viel kostengünstiger sanieren oder Energie erzeugen. Energielandschaft Morbach 2001 wurde das Projekt „Morbacher Energielandschaft“ auf einer 145 Hektar großen ungenutzten Fläche in der Gemeinde Morbach umgesetzt. Durch das Projekt nutzt die Gemeinde heute Wind-, Sonnenenergie und Biomasse zur klimafreundlichen Energieerzeugung und verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2020 energieautark zu werden. Mit der Energielandschaft wird bereits mehr regenerative Energien erzeugt, als die 11000 Einwohner der Gemeinde benötigen. Zurückzuführen ist das auf den 2002 erbauten Windpark. Mit einem Jahresertrag von etwa 45 Millionen Kilowatt und dem Ertrag der Photovoltaikanlage mit rund 1,1 Millionen Kilowatt im Jahr, ist dies der größte Stromlieferant Morbachs. Energieeffizientes Dötlingen Die Einwohner in Dötlingen beobachten die Folgen des Klimawandels sehr aufmerksam. Denn Umwelt- und Klimaschutz sind in der Gemeinde schon seit Jahren wichtige Themen. 2007 erarbeitete die Gemeinde ein strategisches und ganzheitliches Konzept mit dem Ziel, regenerative Energien in öffentlichen Gebäuden und privaten Haushalten sinnvoll einzusetzen. Bis 2010 soll damit die Attraktivität der Gemeinde gesteigert, ihre Lebensqualität verbessert und vor allem ihre Energiekosten gesenkt werden. Bereits damals erzeugten die Dötlinger rund 50 Megawatt Strom durch regenerative Energien, weit mehr als die 2600 Haushalte benötigen. Im Rathaus konnte mit Hilfe einer neuen Wärmedämmung und dem Einbau eines Blockheizkraftwerkes 12 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden. Doch auch die Bürger zeigen Einsatz: Letztes Jahr finanzierten 45 Dötlinger Bürger Photovoltaikanlagen im Wert von 330.000 Euro. Die Anlagen wurden auf vier Dächern öffentlicher Gebäude platziert, die von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. |
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