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Tore senken Energiekosten PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 16. November 2010
Ein neu entwickeltes vollverglastes Klima-Tor erreicht durch Verbesserungen bei Glas, Profil und Zarge einen U-Wert von 1,83 W/m²K.

Tore

Großflächig verglaste Tore mit einer Rahmen-Sprossen-Konstruktion aus Aluminium sind das Maß der Dinge, wenn es um Helligkeit, Offenheit und Repräsentation geht. Sie werten ein Gebäude optisch auf – allerdings auf Kosten der energetischen Effizienz. Während bei Fassaden und Fenstern um jede Dämmwertverbesserung im Nachkomma¬bereich gekämpft wird, gelten Werte von 4 bis 5 W/m²K bei solchen Toren immer noch als Standard. Dass sich auch hier durchaus energiesparend bauen lässt, zeigt der Torbauspezialist Bothe-Hild auf der diesjährigen BAU in München. Für dessen neues vollverglastes Klima-Tor wurden alle Komponenten überarbeitet, um das Maximum an Wärmedämmung zu erreichen. Das Tor, das bei 25 m² einen U-Wert von 1,83 W/m²K aufweist, ist zudem mit einem Schnelllaufantrieb und einer eigens entwickelten Steuerung ausgestattet, die den Energieverlust beim Offenstehen verringern.   

EnEV, Energiepass, Förderung für Dämmmaßnahmen: Umweltbewusstes Bauen wird von staatlicher Seite zunehmend vorgeschrieben. Vor allem im Bestandsbau, wo an der Gebäudehülle nur unter großem Aufwand Veränderungen möglich sind, bieten Tore noch erhebliches Potential zur Verbesserung der Energiebilanz. Aber auch bei Neubauten wird – mit Blick auf die steigenden Heizkosten – das Tor als Einsparmöglichkeit immer interessanter. Eine gute Fassadendämmung erreicht inzwischen einen U-Wert von 0,28 W/m²K, die nächst bessere Dämmklasse von 0,22 W/m²K würde den Wärmeverlust um gerade zwölf Prozent reduzieren. Im Vergleich dazu ließe sich durch den Umstieg von einem herkömmlichen vollverglasten Hallentor mit 4,5 W/m²K auf das das neue Klima-Tor mit 1,83 W/m²K der Heizenergieverbrauch um 30 Prozent senken. Umgerechnet entspräche das einer Heizöleinsparung von 500 l im Jahr.

Optimierung von Glas, Zarge und Steuerung

Um diese Dämmwirkung realisieren zu können, wurden alle Baugruppen eines Tores neu betrachtet. Wichtigster Bestandteil der thermisch wirksamen Fläche ist die Verglasung. Hier wird die neue climatop-Verglasung eingesetzt, die durch spezielle Gas- und Kunststofftechnologie in Verbindung mit einer Nanobeschichtung einen U-Wert von 0,8 W/m²K erreicht. Dabei ist sie fünf Mal leichter als vergleichbares Mineralglas. Um die statische Stabilität des Tores zu bewahren, wurde auf den Einsatz herkömmlicher thermisch getrennter Profile, wie sie aus dem Fenster- und Fassadenbau bekannt sind, verzichtet. Stattdessen wurde ein optimiertes thermisch getrenntes Duplex ProfilSystem entwickelt, mit dem problemlos Tore bis 12 m Breite gebaut werden können.

Ein weiterer Hauptfaktor für die Energieeffizienz, der in die Konstruktion mit einbezogen wurde, ist die Einfassung des Tores: Jeder laufende Meter Randverbindung kostet 0,6 W/K Wärme. Die Zargenprofile, Laufrollen und Schienenführungen sowie die Dichtungen des Tores am Boden und am oberen Abschluss wurden daher optimiert und der Wärmeverlust auf 0,4 W/lfmK verringert. Um die Zeit zu reduzieren, während der das Tor offen steht und keine Dämmwirkung bietet, verfügen die Klima-Tore über einen Direktantrieb mit einer Geschwindigkeit von bis zu 0,8m/s. Intelligente Steuerungen regeln das Öffnen und Schließen automatisiert – etwa nach einer bestimmten Dauer oder sobald die Durchfahrt frei ist. Zudem lässt sich das System an die Haustechnik koppeln, um je nach Torstand Heizanlagen zu- oder abzuschalten. Auch die koordinierte Regelung mehrerer Tore, zum Beispiel um Luftzug zu vermeiden, ist damit möglich.

Ganzglas-Hubstaffelto

Neben dem Klima-Tor zeigt Bothe-Hild weitere Neuerungen in der Tortechnik, so etwa ein Funk-Übertragungssystem, mit dem das herkömmliche Spiralkabel ersetzt werden kann. Dieses System überwacht sich permanent selbst, stimmt Frequenzen bei mehreren Toren automatisch ab und zeigt gut lesbar Übertragungsleistung und Batteriezustand der Funkeinheit an. Zur flexiblen Steuerung der Tore wurde ein Handsender mit der neuen Funktechnik I.R.I.S (Industry Resource Internet Supervision) entwickelt, über den sich bis zu 100 verschiedene Toranlagen bedienen lassen. Klare Symbole im Display des Senders geben dabei jederzeit Auskunft über die Signalstärke und Batterieladung.   

Des Weiteren präsentiert Bothe-Hild sein überarbeitetes Ganzglas-Hubstaffeltor. Neben der maximalen Transparenz durch profillose Verglasungssektionen wurden hier den speziellen Ansprüchen des Ladenbaus Rechnung getragen, indem Mineralglas in VSG/TSG-Qualität mit 21mm Stärke zum Einsatz kommt. Das Ladentor wurde so konzipiert, dass es selbst im geöffneten Zustand ein reizvolles Gestaltungselement darstellt und nicht durch irgendwelche Verkleidungen kaschiert werden muss. Die stabile Verglasung ist gegen Durchbiegung geschützt und lässt sich problemlos mit allen Reinigungsmitteln behandeln, so dass die besondere Optik stets erhalten bleibt. Vorgestellt werden diese Neuheiten in Halle B3 Stand 508 auf der BAU 2011.
 

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