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Handwerk im Land braucht Nachwuchs |
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Allgemein
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Dienstag, 12. April 2011 |
Im baden-württembergischen Handwerk sind im vergangenen Jahr 20.790 und damit 4,2 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge unter Dach und Fach gebracht worden. Die demografische Entwicklung mit dem einhergehenden Bewerberrückgang führte dazu, dass zahlreiche ausbildungswillige Betriebe keine passenden Bewerber finden konnten.
Erfreut zeigte sich Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle allerdings über ein gestiegenes Interesse bei den Abiturienten und Zuwächse in technischen Berufen. Am Ausbildungswillen der Betriebe mangelt es nicht, da sie sich laut Möhrle der Bedeutung der Fachkräftesicherung in der Zukunft bewusst sind. In einer Sonderumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) gaben 44 Prozent der befragten Bauhauptbetriebe und knapp 69 Prozent der Nahrungsmittelbetriebe an, sie würden bei genügend qualifizierten Bewerbern sogar zusätzliche Stellen schaffen. Insgesamt bilden die 131.000 Handwerksbetriebe rund 55.000 junge Menschen aus. In vielen Handwerksberufen klagen die Betriebe bereits seit Jahren über Nachwuchsmangel, bei den Bäckern und Fleischern beispielsweise oder den Gebäudereinigern. Eine deutliche Steigerung der Neuvertragsabschlüsse gab es dagegen bei technischen Berufen. So begannen 7,1 Prozent mehr junge Leute eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und 5,6 Prozent mehr Jugendliche eine Ausbildung als Anlagenmechaniker SHK. Auch die Gesundheitsberufe wie Augenoptiker oder Zahntechniker erfreuten sich größerer Beliebtheit. Rund 1.130 neue Lehrlinge, viele davon in den gesundheitshandwerklichen Berufen, konnten sogar eine Hochschulreife vorweisen. Als problemtisch bezeichnete Möhrle, dass knapp jeder vierte Neuvertrag vorzeitig gelöst wurde. In rund jedem vierten Fall trennten sich Azubi und Betrieb sogar schon in der Probezeit. Besonders häufig wurden Lehrverträge der Berufe Bäckereifachverkäuferin, Bäcker und Friseur vorzeitig gelöscht. Grund seien häufig falsche Vorstellungen der Schulabgänger von ihrem künftigen Berufsalltag. Möhrle forderte deshalb eine breit angelegte Berufsorientierung an allen Schularten, außerdem müsse der Einsatz ausbildungsbegleitender Hilfen ausgeweitet werden. http://www.handwerk-bw.de |