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Vorsicht vor Baudarlehen in Franken und Yen PDF Drucken E-Mail
Nachrichten - Architekten + Planer
Freitag, 20. August 2010

Traditionell sind die Schweiz und auch Japan Niedrigzinsländer. Deshalb bieten Banken in Deutschland, vor allem aber freie Kreditvermittler Hypotheken-Darlehen vorzugsweise in Schweizer Franken, vereinzelt auch in japanischen Yen. Da es sich hierbei um nichts anderes als hochriskante Währungsspekulationen handelt, kann schnell aus dem vermeintlich spottbilligen Baukredit das finanzielle Fiasko werden.

In Deutschland sind auf Euro lautende Hypotheken-Darlehen über sämtliche Zinsbindungsfristen hinweg historisch preiswert. So kostet ein Baukredit mit zehnjähriger Zinsfestschreibung teils spürbar weniger als vier Prozent im Jahr. Der langfristige Zinsdurchschnitt indes liegt bei etwas mehr als sieben Prozent. Dies bedeutet in Euro und Cent gerechnet: Bei einem Hypotheken-Darlehen in Höhe von 200.000 Euro und bei zehnjähriger Zinsfestschreibung kann ein Bauherr Jahr für Jahr fast 7.000 Euro sparen, in zehn Jahren entsprechend beinahe 70.000 Euro.

Aber es geht möglicherweise noch preiswerter. „Dies behaupten jedenfalls insbesondere freie Kreditvermittler und preisen deshalb Hypotheken-Darlehen vorzugsweise in Schweizer Franken an, bisweilen auch in japanischen Yen“, sagt Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V. in München.

Tatsächlich können Baudarlehen in fremden Niedrigzinswährungen wie Franken oder Yen zumindest auf den ersten Blick deutlich günstiger sein als Euro-Kredite. Allerdings „schrumpft der finanzielle Vorteil spürbar, sobald der Vermittler erst einmal seine oft happige Bearbeitungsgebühr draufgeschlagen hat“, warnt Florian Haas. In solchen Fällen sind Franken- und auch Yen-Kredite häufig nur noch ganz wenig, falls überhaupt, preiswerter als vergleichbare Euro-Darlehen.

Baukredite, die auf Schweizer Franken oder japanische Yen lauten, sind nichts anderes als eine knallharte Währungsspekulation. Und „deshalb geeignet ausschließlich für hartgesottene und nervenstarke Bauherren, die zudem noch ausreichend Vermögen für den Ernstfall in der Hinterhand haben“, warnt Haas. Das stimmt und liegt in der Natur der Sache.

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