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Samstag, 6. Februar 2010 |
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Seite 1 von 3 Eine Seminarreihe bildet Fachhandwerker zum Bauberater kdR weiter. Die Auftaktveranstaltung war der Knüller.
Wie sehr das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KomZet) mit seinen Seminaren den Nerv der Zeit trifft, zeigte sich einmal mehr am 16. Januar im Schulungszentrum der Stuckateure in Rutesheim. Der Vortragssaal platzte aus allen Nähten, als 75 Ausbauhandwerker, Architekten, Baubiologen und Heilpraktiker sich zum Seminar „Umwelt- und gesundheitsverträgliches Bauen“ einfanden. „Die Idee war, dass der Stuckateur seine interessierte Kundschaft mitbringt, um sich gemeinsam mit diesen über gesundes Bauen zu informieren. Diese Rechnung ist absolut aufgegangen“, zeigte sich Seminarleiter Dr. Roland Falk angesichts des überwältigenden Andrangs mehr als zufrieden. Die Teilnehmer indes waren vom brillanten Vortrag des Referenten Karl-Heinz Weinisch begeistert. In eindrucksvoller Art und Weise dozierte dieser über Gesundheitsrisiken die von Baustoffen und/oder deren unsachgemäßer Verarbeitung ausgehen. Die Kernbotschaft lautete dabei: Durch ein verändertes Lüftungsverhalten, quasi als Nebenwirkung der luftdichten Bauweise, verbleiben Gifte und Schadstoffe im Haus und reichern sich dort an. Fatal ist das deshalb, weil sich heutzutage, vor allem in den Wintermonaten, manche Menschen 24 Stunden ununterbrochen im Gebäudeinnern aufhalten. Eindrucksvoll in diesem Zusammenhang auch die von ihm präsentierten Zahlen zur Baustoffvielfalt: Früher kannte man rund 50 verschiedene Stoffarten im Bauwesen, heutzutage haben wir es schon mit über 50 Millionen(!) Stoffen in allen Bereichen unserer Umwelt und im Bauwesen zu tun. Allein in den letzten zehn Jahren seien 26 Millionen neu dazu gekommen: Farben, Bodenbeläge, Kunststoffe... Ein weiteres Problem sei es, dass die einzelnen Inhaltsstoffe immer mehr schrumpften. Die vielgerühmten Nanopartikel sind sehr funktional, gelangen sie jedoch durch natürlichen Abrieb oder Abschleifen in den einatembaren Staub, werden sie durch die Kleinteiligkeit zu einer noch nicht überschaubaren Gefahrenquelle. Lösemittel, Fasern und Stäube am Arbeitsplatz, Ozon und Fluorkohlenwasserstoffe in der Umwelt, Formaldehyd, Schimmelpilze und Elektrosmog in der Wohnung, Konservierungsstoffe und Gentechnik in Nahrungsmitteln und gefährliche Farbstoffe und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in der Kleidung – Karl-Heinz Weinisch beschönigte nichts: „Das Fass läuft über!“ Doch beließ er es nicht alleine bei der Schilderung von Horrorszenarien sondern zeigte auch Wege aus diesem Dilemma auf. Natürliche Baustoffe, beispielsweise Kalk, sind in der Lage, Schadstoffe im Innenraum zu binden und abzubauen. Entsprechende Untersuchungen liefen derzeit in seinem Institut und stünden kurz vor Abschluss. Doch schon jetzt zeichne sich ab, dass der Stuckateur, als klassischer Fachmann für die Verarbeitung natürlicher, mineralischer Baustoffe, hier in Zukunft ein adäquater Ansprechpartner sein kann. Ein weiterer Weg führe über die qualifizierte Ausbildung der am Bau Tätigen. Nur wer sich Wissen über gesundes Bauen aneigne, könne seine Kunden kompetent beraten. Karl-Heinz Weinisch ist davon überzeugt, dass sich das auch wirtschaftlich lohnt. Wer seine Kunden auf Gesundheitsrisiken und Umweltgefahren hinweise, erhalte einen Vertrauensvorschuss. Kunden, für die das Thema Gesundheit immer wichtiger würde, schätzen die Beratung, empfehlen weiter und erteilen letztlich auch den Auftrag.
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 6. Februar 2010 )
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