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Stuckateure sind gut aufgestellt PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 2. Juli 2009
Bei der Delegiertenversammlung in Ulm bestimmte Optimismus das Geschehen. Die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes weisen in die Zukunft. Der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade (SAF) traf sich Ende Juni zur Delegiertenversammlung in Ulm. Der Vorsitzende Rainer König konnte rund 100 Teilnehmer begrüßen. Als Gastredner hatten die Stuckateure den Ulmer Oberbürgermeister und Präsidenten des baden-württembergischen Städtetages Ivo Gönner geladen. Dieser referierte in seinem Vortrag über die Vergabepraxis beim Konjunkturpaket II. Demnach sollen rund 90 Prozent aller Aufträge bei kommunalen Bauprojekten an das regionale Handwerk vergeben werden. Einerseits würde damit die regionale Wirtschaft gestärkt, andererseits regionale Arbeitsplätze gesichert. Außerdem habe es sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Abwicklung von Bauvorhaben unter Beteiligung ortsansässiger Unternehmen unkomplizierter verlaufe. Es sei von Vorteil „jemanden an der Krawatte nehmen zu können und nicht durch unzählige Telefonate den zuständigen Ansprechpartner erst suchen zu müssen“, betonte Ivo Gönner unter dem Beifall der Stuckateure. Vergabepraxis bei den Konjunkturprogrammen Im weiteren Verlauf seines Vortrages nahm Ivo Gönner auch zur Vergabepraxis Stellung. Im Rahmen der Konjunkturprogramme habe der Bund die Wertgrenzen für die Vergabe von Bauleistungen drastisch erhöht. Befristet bis 31.12.2010 könnten bei Bauleistungen Aufträge bis 100.000 Euro freihändig, das heißt ohne Ausschreibung, vergeben werden; das Ausschreibungsverfahren mit einem beschränkten Bieterkreis wurde bis zu einer Auftragssumme von 1.000.000 Euro ausgeweitet. Das Land Baden-Württemberg habe diese Wertgrenzen mittlerweile übernommen und für seine Behörden als unmittelbar verbindlich erklärt. An die Kommunen wäre eine entsprechende Empfehlung gegangen, sich künftig ebenfalls daran zu orientieren. Obwohl Ivo Gönner einräumte, dass es Bedenken gäbe, die neue Vergabepraxis könne der Vetternwirtschaft Vorschub leisten, unterstrich er in Ulm die Notwendigkeit dieser flankierenden Maßnahme. Nur durch eine vereinfachte und damit beschleunigte Vergabe von Aufträgen könne gewährleistet werden, dass die Konjunkturprogramme rasch greifen. Eine Tsunami-Welle Problematisch sieht Ivo Gönner die Konzentration der Konjunkturprogramme auf eine relativ kurze Zeitspanne: „Die ganzen Konjunkturprogramme gehen jetzt auf den Markt. Manche Städte würden davon wie von einer Tsunami-Welle getroffen.“ Er begrüßte daher die Möglichkeit, die Abrechnung der Maßnahmen bis ins Jahr 2011 zu verlängern, was bei Handwerkern und Behörden sicherlich für Entspannung sorgt. „Es gibt einzelne Gewerke wo wir große Probleme haben. Beispielsweise gibt es bei den Fensterbauern einen Engpass.“ Das läge vor allen Dingen an der großen Nachfrage nach energetischen Sanierungsmaßnahmen. Grundsätzlich ist Ivo Gönner aber von der Leistungsfähigkeit der Baubetriebe überzeugt. „Ich bin optimistisch, dass die Handwerker das schaffen.“ Rainer König, Vorsitzender des Fachverbandes der Stuckateure für Ausbau und Fassade in Baden-Württemberg, konnte diese Auffassung nur bestätigen. Der Stuckateur böte sich als Spezialist für Wärmedämm-Verbundsysteme für die energetische Sanierung an. Die benötigten personellen Kapazitäten stünden, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Ausbildungsarbeit der Betriebe, zur Verfügung. Imagekampagne des Handwerks Direkt im Anschluss an Ivo Gönner ergriff der Geschäftsführer des Fachverbandes, Wolfram Kümmel das Wort. Er präsentierte die Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Hierzu hatte er einen Informationsfilm mitgebracht der mit großer Aufmerksamkeit von den Handwerksmeistern verfolgt wurde. Ab Januar 2010 soll die Kampagne bundesweit an den Start gehen. Hierfür stünden in den folgenden fünf Jahren insgesamt 50 Mio. Euro zur Verfügung. Das Motto, der von der renommierten Agentur Scholz & Friends begleiteten Maßnahme lautet: Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan. Kräftiger Beifall der Delegierten signalisierte breite Zustimmung. Denn dass das Handwerk in seiner Außendarstellung positive Akzente setzen muss ist unstrittig. „Das Handwerk hat ein schlechtes Image, der Stuckateur hat gar keins.“ Das soll sich laut Wolfram Kümmel schon sehr bald ändern. Lizenz zum Ausbilden Was man mit der konsequenten Umsetzung einer genialen Idee erreichen kann, durfte Vorsitzender Rainer König demonstrieren. Insgesamt 8Stuckateure erhielten aus seiner Hand das Zertifikat zur Azubi-Trainer-Lizenz. Die vom SAF initiierte Weiterbildungsmaßnahme befähigt ihre Teilnehmer dazu, Azubis im Unternehmen in fachlicher und sachlicher Hinsicht zu betreuen. Damit würden nicht nur die Chefs entlastet; das trägt auch zur besseren Qualität der Ausbildung im Stuckateurhandwerk bei. „Begeistern Sie die Azubis für unseren schönen Beruf“, rief Rainer König den Absolventen zu und wünschte ihnen viel Glück und Erfolg bei ihrer Ausbildertätigkeit. Optimierte Verbandsarbeit Als Vertreter des Bundesverband Ausbau und Fassade im ZDB (BAF) ergriff nun Manfred Haisch das Wort. Er berichtete über die Aktivitäten des BAF und lobte insbesondere die hervorragende Arbeit des technischen Ausschusses. Eine geplante Imagekampagne zum Thema Wärmedämm-Verbundsysteme soll die Kompetenz des Stuckateurs für diese Art der energetischen Sanierung noch mehr hervorheben. Um künftig im Verband noch effektiver arbeiten zu können, soll der Vorstand drastisch, von zehn auf fünf Mitglieder, verkleinert werden. Erfolgreiche Kooperation „Wir Stuckateure müssen an unserem eigenen Profil arbeiten“, forderte in diesem Zusammenhang der SAF-Vorsitzende Rainer König und die nachfolgenden Redner zeigten wie das funktionieren kann. Achim Bauer und Markus Weißert präsentierten nämlich das neue Regelwerk zur Luftdichtheit, das als Gewerke übergreifende Kooperation mit Zimmerern, Dachdeckern, dem Elektrohandwerk und den Klempnern aus dem Bereich Sanitär-Heizung-Klima entstanden ist. Nach diesem gelungen Finale war der öffentliche Teil der Veranstaltung beendet. Stuck-Intern Nach kurzer Pause lud Rainer König die Delegierten dazu ein, sich im internen Teil der Veranstaltung über weitere Aktivitäten des SAF zu informieren. Hierzu erstattete er Bericht über die abgelaufene Periode. Ulrich Meier ergänzte diesen Bericht mit den aktuellen Zahlen der Bilanz. Im Anschluss daran präsentierte Berthold Buck die Rechnungsprüfung und schlug vor den Vorstand zu entlasten, was einstimmig erfolgte. Nun stand auch noch eine Wahl auf der Tagesordnung: Zur Nachwahl in den Vorstand für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hatte sich Ralf Mauch beworben, der von den Delegierten ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Talsohle erreicht „Die Talsohle scheint erreicht“, begann SAF Geschäftsführer Wolfram Kümmel seinen Bericht. Nach einem leichten Rückgang im Baubereich von minus 2 Prozent in 2008 wird der Umsatz im Jahr 2009 rund 84 Mrd. Euro betragen. Probleme gebe es für die Unternehmer derzeit bei der Kreditvergabe, wo zwar keine Kreditklemme herrsche aber von den Banken schlechtere Konditionen geboten würden. Angesichts der zu erwartenden Aufträge im Zuge des Konjunkturpakets teilt Wolfram Kümmel die eingangs von Ivo Gönner geäußerte Sorge, dass womöglich zu viele Aufträge auf einmal kommen könnten. Er verwies ferner auf den Umstand, dass die Auftragsvergabe nur an präqualifizierte Firmen erfolge. Unternehmer müssten sich rechtzeitig dafür bewerben und die Qualifizierung beantragen. Mitglieder des Verbandes profitieren von günstigen Gebühren. Über die Arbeit der einzelnen Ressorts berichteten Frank Gericke (Marketing, Betriebswirtschaft), Markus Weißert (Technik), Markus Eberlein (Recht), Frank Schweizer (Bildung) und Dr. Roland Falk (Kompetenzzentrum). Abschließend wies der Vorsitzende Rainer König noch auf das nächste KIT 2011 hin, das am 8./9. April 2011 in Friedrichshafen stattfindet.