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ZDB erwartet auch 2006 kein Ende der Talfahrt am Bau PDF Drucken E-Mail
Montag, 6. März 2006

Anlässlich der Frühjahrspressekonferenz des deutschen Baugewerbes am 7. März in Berlin So äußerte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Arndt Frauenrath, seine Erwartungen für das Baujahr 2006: »Insgesamt erwarten wir für das, dass sich die Talfahrt verlangsamt, zum Stillstand kommen wird sie noch nicht: In der Summe ergibt sich 2006 gegenüber 2005 ein Rückgang der Bauinvestitionen um 2 Prozent. Der Wohnungsbau wird mit –2,6 Prozent am stärksten und der Wirtschaftsbau mit –1,2 Prozent am schwächsten abnehmen. Der öffentliche Bau liegt mit –2 Prozent dazwischen.«
Damit wird sich die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe um 27.000 auf 690.000 Personen reduzieren (–3,8 Prozent) und der Umsatz bei 72,5 Milliarden Euro liegen, was einem Minus von 2,4 Prozent gleichkommt. »Ob 2007 die Talfahrt dann tatsächlich zum Stillstand kommen wird, darüber mag ich keine Vorhersage machen, zu oft hat uns die Realität eingeholt«, äußerte sich der ZDB-Präsident zurückhaltend. Für die einzelnen Bausparten prognostizierte der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes unterschiedliche Werte:
Bei einem bestenfalls gleich >bleibenden Volumen der Bestandsmaßnahmen werden sich die Wohnungsbauinvestitionen um 3 Milliarden Euro verringern (–2,6 Prozent). Darauf weisen die vorliegenden Genehmigungszahlen hin. Denn das Volumen der Genehmigungen für neue Wohngebäude auf Basis der veranschlagten Kosten liegt 2005 (bis einschließlich November) um 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rechnet man die bis dahin genehmigten Wohnungen in neuen Wohngebäuden auf das Jahr hoch, so fehlen im Vergleich zum Vorjahr etwa 31.000 Wohnungen, darunter 27.000 in Ein- und Zweifamilienhäusern.
Im Wirtschaftsbau erwartet das Baugewerbe für den Hochbau ein Minus von 1,1 Milliarden Euro und für den Tiefbau ein Plus von 400 Mio. Euro, so dass der Wirtschaftsbau insgesamt um 700 Mio. Euro (–1,2 Prozent) zurückgehen wird.
Innerhalb des öffentlichen Baus wird die Aufstockung der Verkehrsinvestitionen des Bundes nicht ausreichen, um den Rückgang der kommunalen Investitionen auszugleichen. Insgesamt könnten sich die öffentlichen Bauinvestitionen um 500 Mio. Euro verringern, was einem Rückgang um 2 Prozent gleichkommt.
Trotz insgesamt weiter rückläufiger Baukonjunktur gibt es Segmente der Bauwirtschaft in Westdeutschland in den Bereichen gewerblicher Bau sowie Straßen- und Tiefbau, die zumindest stagnieren bzw. leicht anziehen. »Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, werden dies im Bezug auf ihre Aufträge und Auslastung auch spüren. Dies sind aber nur Teilbereiche der Bauwirtschaft«, sagte Frauenrath. Zu einer redlichen Analyse gehört es auch, die Entwicklung im Wohnungsbau, der mit mehr als 50 Prozent Anteil an den Bauinvestitionen immer noch die stärkste Bausparte ist, mit einzubeziehen. Und hier weisen alle Indikatoren nach unten.
Für das Jahr 2005 zog Frauenrath eine ernüchternde Bilanz: »Insgesamt hat uns die Entwicklung unserer Branche im vergangenen Jahr überrascht, weil sich das Tempo der Talfahrt gegenüber 2004 wieder einmal beschleunigt hat.« Die Bauinvestitionen nahmen um –3,6 Prozent ab, und damit stärker als im Jahr zuvor mit –2,3 Prozent, auf nunmehr 201,2 Milliarden Euro.
Die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe ging im Jahresdurchschnitt um 50.000 Personen auf 717.000, d.h. um 6,5 Prozent zurück. In den westdeutschen Betrieben waren noch 528.000 Personen und in den ostdeutschen Betrieben 189.000 Personen beschäftigt.
Der Umsatz sank auf 74,3 Milliarden Euro, das waren 4,5 Milliarden Euro und damit 5,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Quelle: ZDB
 

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