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Baden-Württemberg: Neun Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 2. März 2006
Im Jahr 2005 wurden nach Feststellung des Statistischen Landesamtes bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg insgesamt 2.893 Unternehmenskonkurse entschieden. Das waren 9 Prozent weniger als im Jahr 2004 mit 3.191 Unternehmenskonkursverfahren. Zum Vergleich: In Deutschland insgesamt ist die Zahl der Unternehmenskonkurse im Jahr 2005 um 6 Prozent auf insgesamt 36.843 zurück gegangen. Ihrem wirtschaftlichen Schwerpunkt zugeordnet gehörten 619 insolvente Firmen oder 21 Prozent der Unternehmenskonkurse in Baden-Württemberg in den Bereich Handel. Im Handel betrafen über die Hälfte (52 Prozent) der Insolvenzverfahren den Einzelhandel. Weitere 607 zahlungsunfähige Firmen gehörten in den heterogenen Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung von beweglichen Sachen, Dienstleistungen für Unternehmen. Hier gehörte der überwiegende Anteil (58 Prozent) der insolventen Firmen in die Sparten »Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen«, darunter waren häufiger Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatungsunternehmen sowie Architektur- und Ingenieurbüros. Im Baugewerbe wurden 526 Unternehmen zahlungsunfähig (18 Prozent aller Unternehmenskonkurse). Weitere 14 Prozent der Unternehmensinsolvenzen betrafen Firmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe (405 Fälle); nahezu ein Viertel waren Firmen aus der Herstellung von Metallerzeugnissen. Häufiger zum Konkurs kam es außerdem in den Branchen Holzgewerbe (ohne Herstellung von Möbeln); der Anteil an den Insolvenzen des Verarbeitenden Gewerbes beträgt 14 Prozent. Abweichend von den bisher betrachteten Wirtschaftszweigen, war im Gastgewerbe auch durch die schwache Konsumnachfrage eine erneute Zunahme der Insolvenzzahl gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Auf das Gastgewerbe kommen 214 Verfahren. Es folgt mit 213 Verfahren der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Die restlichen Konkurse mit 309 Verfahren verteilen sich überwiegend auf weitere Dienstleistungssparten, unter anderem aber auch auf die Land- und Forstwirtschaft. Mit Hilfe der Insolvenzhäufigkeit, dem Verhältnis der Zahl der Insolvenzen zur jeweiligen Anzahl der Umsatzsteuerpflichtigen, lassen sich die Besonderheiten einzelner Branchen beschreiben. Die relative Insolvenzhäufigkeit der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2005 mit 7 Insolvenzen je 1.000 niedergelassener Unternehmen deutlich unter dem Vorjahreswert von nahezu 8 Verfahren je 1.000 Unternehmen. Die höchste Insolvenzhäufigkeit errechnete sich im Jahr 2005 für den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung; sie nahm gegenüber dem Vorjahreswert sogar noch merklich zu. Dagegen war für die wichtigen Bereiche Handel, Baugewerbe und Verarbeitendes Gewerbe sowie für den zusammengefassten Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Dienstleistungen für Unternehmen die Insolvenzhäufigkeit niedriger als im Vorjahr (vergleiche Schaubild). Während aber die Insolvenzen im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe häufiger als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt waren, ist die Insolvenzhäufigkeit für den Handel und das Gastgewerbe mit jeweils 6,5 Verfahren je 1.000 Unternehmen niedriger. Forderungen Die Forderungen aller Gläubiger gegenüber insolventen Unternehmen summierten sich im Jahr 2005 auf 1,836 Mrd. Euro. Das waren 635.000 Euro im Durchschnitt je Unternehmensinsolvenzverfahren. Die Schulden der Firmen waren im Jahr 2005 jedoch nur halb so hoch wie im Vorjahr (Insgesamt: 3,674 Mrd. Euro oder 1,151 Millionen Euro je Fall). Im Jahr 2005 waren auch deutlich weniger Arbeitnehmer vom Insolvenzgeschehen betroffen. Während im Jahr 2004 noch 25.087 Beschäftigte unmittelbar von den Konkursanmeldungen tangiert waren, halbierte sich die Zahl der betroffenen Beschäftigten im Jahr 2005 auf 12.606 Personen. Im Durchschnitt je Insolvenz stehen damit 4,4 Beschäftigte rund 8 Beschäftigten im Jahr 2004 gegenüber. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
 

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