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HWK Koblenz: Meisterbrief steht weiter hoch im Kurs |
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Mittwoch, 1. März 2006 |
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1.119 Handwerksmeisterinnen und -meister haben im Bereich der Handwerkskammer Koblenz in den Jahren 2004 und 2005 die Meisterprüfung bestanden und erhalten am 5. März ihren Großen Befähigungsnachweis. Bereits zum 20. Mal nimmt die Handwerkskammer die bevorstehende Meisterfeier zum Anlass, in einer Befragung unter den Jungmeistern deren Motiven für die Meisterprüfung und den beruflichen Perspektiven nachzugehen.
Die wichtigsten Ergebnisse: Im Meisterbrief sehen die Befragten auch nach der Novellierung der Handwerksordnung im Jahre 2004 ein Qualitätsmerkmal, das gerade heute einen hohen Stellenwert besitzt. Die Jungmeister verbinden mit dem Meistertitel Aussichten auf einen beruflichen Aufstieg und auch eine bessere gesellschaftliche Stellung. Unabhängig von den Zulassungsvoraussetzungen für eine selbstständige Handwerksausübung streben 45 Prozent der Jungmeister 2004/05 mit der Meisterprüfung eine berufliche Selbstständigkeit an.
Von den Selbstständigen unter den Jungmeistern bildet jeder Dritte Lehrlinge aus. Damit bestätigt sich, dass Existenzgründer bereits in den ersten Jahren zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und ihre gesellschaftliche Verantwortung für den beruflichen Nachwuchs wahrnehmen. – An der Befragung durch die HWK Koblenz beteiligten sich rund 400 der Jungmeister.
In den Jahren 2004 und 2005 bestanden 1.119 Gesellinnen und Gesellen in 24 verschiedenen Handwerken ihre Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Koblenz. Seit Mitte der 1990er Jahre war die Zahl der Meisterprüfungen tendenziell rückläufig, steigt jetzt aber wieder an. Den Meisterbrief sehen die Jungmeister als ein bedeutendes Qualitätssiegel, das sie auch in Zukunft als Fach- und Führungskräfte ausweist und ihnen im Wettbewerb einen Vorsprung sichert.
Ursachen für den Rückgang der Meisterprüfungen liegen in der demografischen Entwicklung, denn auch die Gesellenprüfungszahlen sanken seit Ende der 80er Jahre aufgrund schwächerer Geburtsjahrgänge. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen sowie die angespannte Situation am Arbeitsmarkt spielen eine Rolle, wenn Gesellen ihre beruflichen Fortbildungspläne aufschieben, es sei denn, der Arbeitgeber gibt eine Wiedereinstellungsgarantie oder zeigt Aufstiegsperspektiven auf. Insofern ist die Bereitschaft zur Meisterprüfung eingebettet in den Kontext der gesamtwirtschaftlichen Situation, die angesichts der erkennbaren positiveren Konjunkturaussichten wieder wächst.
Ein weiterer Grund liegt in der Verunsicherung durch die langwierigen Diskussionen um den Meisterbrief im Vorfeld der Novellierung der Handwerksordnung 2004. Ein Rückgang ergibt sich weiter aus der Reduzierung der Vollhandwerke von 94 auf jetzt noch 41 zulassungspflichtige Handwerke, die den Meisterbrief oder eine vergleichbare Zugangsvoraussetzung erfordern.
Seit dem Jahr 2005 steigt die Zahl der Meisterprüfungen wieder an. Ein Indiz dafür, dass besonders potenzielle Existenzgründer erkannt haben, dass durch die Meisterprüfung wichtige Kenntnisse vermittelt werden, die Grundlage für eine erfolgreiche Betriebsführung sind.
Knapp jeder zweite Jungmeister stammt aus einem Metall- oder Elektrohandwerk - Tendenz steigend -, etwa jeder Dritte aus einem Bau- oder Ausbauhandwerk. An der Spitze der Meisterprüfungen in den Metall- und Elektrogewerben liegen die Berufe der Elektrotechniker (27 %), der Kfz-Techniker (26 %) sowie der Feinwerkmechaniker (21 %). Der dominierende Anteil der Meisterprüfungen in den Bau- und Ausbauberufen entfällt mit 45 Prozent auf das Dachdeckerhandwerk, bedingt durch das Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen, für das die HWK Koblenz den Meisterprüfungsausschuss stellt. Straßenbauer (13 %), Maler und Lackierer (11 %), Maurer und Betonbauer (10 %) sowie Zimmerer (9 %) belegen die Folgeplätze. Einen deutlichen Einbruch verzeichnet das jetzt zulassungsfreie Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk, hier hat sich die Anzahl der abgelegten Prüfungen mehr als halbiert.
Quelle: Handwerkskammer Koblenz
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