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Hagebau rechnet 2006 mit Umsatzplus von bis zu 3 Prozent PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 22. Februar 2006
2005 Rekordergebnis des Vorjahres erneut erreicht

Die Hagebau sieht die Chancen für eine Belebung der Bauwirtschaft in diesem Jahr so gut wie lange nicht mehr. Die Soltauer Gruppe rechnet für 2006 mit einem Umsatzplus von 2,5 bis 3 Prozent. Erstes Indiz für die Erholung: Im Januar lag der Umsatz in Deutschland um 3,5 Prozent über dem Vorjahresmonat, im Baustoff-/Holzhandel sogar um 7,4 Prozent. Das gab die Kooperation auf ihrer Winterarbeitstagung (WAT) bekannt „Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Talsohle in der Bauwirtschaft durchschritten ist“, begründete Aufsichtsratsvorsitzender Rolf J. Wertheimer den Optimismus für das laufende Jahr. Das endgültige Auslaufen der Eigenheimzulage habe zum Jahresende 2005 einen Schub gebracht, der sich 2006 auswirken werde. Hinzu kämen Vorzieheffekte aufgrund der für 2007 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung. Spürbare Impulse erwartet Rolf J. Wertheimer darüber hinaus vom öffentlichen Bausektor sowie von dem stärker werdenden privaten Sanierungs- und Modernisierungsgeschäft. Durch den Energiepass, der demnächst Pflicht wird, werde der Sanierungsbedarf vieler tausender Wohnungen und Häuser erkennbar.

Weitere Umsatzimpulse erwartet der Aufsichtsratsvorsitzende durch die Zunahme der Standorte. Die Zahl der Betriebsstätten ist zu Beginn des Jahres auf 1.087 (Vorjahr: 1.056) gestiegen, davon 912 in Deutschland und 175 in Österreich. In der Alpenrepublik kamen 20 Standorte durch den Beitritt eines ungarischen Gesellschafters hinzu.

Kämpferisch zeigte sich Rolf J. Wertheimer angesichts der aktuellen Bestrebungen einzelner Baumarktbetreiber wie Hornbach und Bauhaus, die sich immer stärker dem Profikunden widmen. „Wir müssen die Baumarktfilialisten als Feind sehen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. In einer Podiumsdiskussion kritisierte er die Strategie verschiedener Lieferanten, Marken zu Discountpreisen über die Baumärkte zu vertreiben. „Ich bin sicher, dass die Industrie in ein, zwei Jahren erkannt haben wird, dass sich diese Politik als Eigentor erweist und dann den Fachhandel wieder zu schätzen weiß.“

2005 Rekordergebnis des Vorjahres erneut erreicht
Die Hagebau Gruppe erzielte 2005 einen zentral fakturierten Umsatz von 3,355 Mrd. Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau (3,368 Mrd. Euro) geringfügig um 0,4 Prozent unterschritten und die geplante schwarze Null nur knapp verfehlt. Das Ergebnis wird jedoch voraussichtlich wieder den Spitzenwert von 2004 erreichen, dem besten Jahr in der über 40-jährigen Firmengeschichte. Sehr positiv haben sich laut Rolf J. Wertheimer die Beteiligungserträge auf den Jahresüberschuss ausgewirkt. Insbesondere die ZEUS erwirtschaftete ein über dem Plan liegendes Ergebnis. Der Hagebau Gruppe gehörten Ende 2005 in Deutschland 245 (Vorjahr: 243) Gesellschafter mit 896 (899) Standorten an. In Österreich waren 39 (40) Gesellschafter mit 155 (157) Betriebsstätten aktiv.

Spezialisten im Baustoffhandel auf dem Vormarsch
Im Baustoffhandel verzeichneten die Hagebau Spezialisten wie in den Vorjahren erneut eine bessere Umsatzentwicklung als die Generalisten. Auch die Ausschüttungen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Trend zur Spezialisierung hält weiter an. In 2005 nutzen 238 Standorte die angebotenen vertrieblichen Dienstleistungen in den sechs Hagebau Fachgruppen. Im laufenden Jahr wird sich die Zahl der Fachgruppenteilnehmer um weitere 20 erhöhen. Eine große Resonanz erfuhren im vergangenen Jahr beispielsweise die Brandschutzallianz, die Aktion MitgeDACHt, die Malerallianz und spezielle Kongresse wie GALABAU innovativ. Unabhängig von den Spezialisierungspaketen bereitet die Hagebau derzeit eine Modernisierungskampagne für den gesamten Baustoffhandel vor. Laut Geschäftsführer Michael Baumgardt steht zudem die Integration der CC-Ceramic im Fokus, die Anfang 2007 vollzogen werden soll. Der Fliesenhandel werde zur dritten Fachhandelssparte innerhalb der Hagebau neben dem Baustoffhandel und dem Holzhandel ausgebaut. Die IGA bleibt als eigenständiges Unternehmen erhalten.

Im Holzhandel wurde 2005 die Integration der gesamten operativen Abwicklung des ZEUS Holzhandels in die Hagebau erfolgreich abgeschlossen. Die Soltauer Holzhandelssparte betreute 2005 insgesamt 222 Standorte. Zu Beginn des laufenden Jahres hat sich diese Zahl weiter auf 224 erhöht. Mit einem Außenumsatz von 1,3 Mrd. Euro ist der Hagebau Holzhandel die Nummer 1 in Deutschland. Die Dienstleistungen des Bereiches Holz werden nicht nur von den Holzhändlern genutzt. Mehr als die Hälfte der Baustoffhändler nimmt die Leistungen der operativen Einkaufsabteilung Service.Holz in Anspruch. Stark ausgebaut hat die Soltauer Holzhandelskooperation 2005 ihre Vertriebsaktivitäten. Den drei Vertriebssystemen sowie der Fachgruppe Forum Holzmarkt gehörten 2005 insgesamt 92 Standorte an und damit über 70 (!) Prozent mehr als 2004. Im laufenden Jahr wird die Zahl der Teilnehmer weiter auf voraussichtlich 117 steigen.