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Niedersachsen: Umsatz und Bauproduktion kräftig geschrumpft |
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Donnerstag, 16. Februar 2006 |
Nach Einschätzung des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen (BVN) bestätigen die jetzt vom Niedersächsischen Landesamt für Statistik veröffentlichen Daten zur Baukonjunktur 2005 die skeptischen Erwartungen der Bauunternehmen. Der Verband erwartet, dass auch das aktuelle Baujahr 2006 für die meisten Baubetriebe schwierig sein wird. Allerdings gebe es Zeichen, die auf eine allmähliche Verbesserung der Lage hindeuten.
Dem BVN zufolge ist die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe in Niedersachsen im vergangenen Jahr erneut kräftig gesunken. In den niedersächsischen Betrieben des Bauhauptgewerbes waren im Durchschnitt 71.144 Menschen beschäftigt. Dies sind 5.293 oder 6,9 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2004 (Vorjahr: minus 6,5 Prozent). Im Dezember waren 69.748 Menschen in den Baubetrieben in Niedersachsen tätig.
Die Bauproduktion ist ebenfalls deutlich zurückgegangen. Im Jahresverlauf wurden auf den Baustellen in Niedersachsen 7,5 Millionen produktive Arbeitsstunden weniger geleistet als 2004. Dies ist ein Minus von 8,3 Prozent (Vorjahr: minus 6,7 Prozent). Der Umsatz der Baubetriebe sackte um rund 245 Millionen Euro oder 3,1 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 7,8 Prozent). Lediglich die Umsätze der im Straßenbau (plus 5,7 Prozent) und im gewerblichen Tiefbau (plus 3,9 Prozent) tätigen Baubetriebe entwickelten sich positiv. Dagegen ist die Situation im Wohnungsbau besonders angespannt. Der Umsatz der im Wohnungsbau tätigen Unternehmen schrumpfte um 7,4 Prozent (Vorjahr: minus 6,5 Prozent), die Bauproduktion nahm im Wohnungsbau um 11,3 Prozent (Vorjahr: minus 6,7 Prozent) ab. Unbefriedigend entwickelten sich auch der öffentliche und Verkehrsbau mit einem Umsatzminus von 2,2 Prozent (Vorjahr: minus 9,8 Prozent) und einem Produktionsrückgang von 7,7 Prozent (Vorjahr: minus 7,4 Prozent). Etwas stabilisiert hat sich die Lage im gewerblichen und industriellen Bau. Hier ging der baugewerbliche Umsatz um 0,4 Prozent (Vorjahr: minus 5,7 Prozent) zurück, während die Bauproduktion um 6,1 Prozent (Vorjahr: minus 4,9 Prozent) abnahm.
Im Hinblick auf die Entwicklung im Baujahr 2006 gebe es unterschiedliche Signale, so BVN-Sprecher Michael Cuypers. Im Wirtschaftsbau werde die Bauwirtschaft von der allgemeinen konjunkturellen Stabilisierung profitieren, hofft Cuypers. Ein Hinweis darauf sei das kräftige Auftragsplus im gewerblichen und im industriellen Hochbau in Höhe von 27,6 Prozent. Positiv bewertet der BVN-Sprecher auch die anziehenden Aufträge im Straßenbau (plus 15 Prozent) und im wirtschaftlichen Tiefbau (plus 6,1 Prozent). Auch im öffentlichen Hochbau gebe es Zeichen, die auf eine Stabilisierung der Situation hinweisen. Der Auftragszuwachs im Jahr 2005 gegenüber dem Jahr 2004 betrage im öffentlichen Hochbau 7,3 Prozent. Der öffentliche Tiefbau (ohne Straßenbau) weise mit einem Minus von etwa 13 Prozent in die entgegengesetzte Richtung.
Mit Sorge betrachtet der BVN die Entwicklung im Wohnungsbau. Zwar hätten die Unternehmen im Dezember 2005 viele neue Aufträge erhalten (plus 41 Prozent), im Jahresverlauf summiere sich das Auftragsminus aber dennoch auf 7,7 Prozent. Es sei zu befürchten, dass ein schmerzlicher Einbruch bevorstehe, wenn die Einmaleffekte aufgrund der Abschaffung der Eigenheimzulage abgearbeitet seien. Gerade deshalb müsse die Politik jetzt positive Signale für den Wohnungsbau setzen, forderte Cuypers, und mahnte eine schnelle Lösung für die Integration der selbst genutzten Immobilie in die geförderte Altersvorsorge an.
Der BVN erwartet, dass sich die Talfahrt am Bau in diesem Jahr abschwächt, aber dennoch weiter anhält. Es werde zu einem weiteren Arbeitsplatzabbau kommen. Sowohl die Bauproduktion als auch der Umsatz werden sich rückläufig entwickeln.
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