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ZDB erwartet 2006 kein Ende der Talfahrt am Bau |
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Sonntag, 29. Januar 2006 |
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) rechnet für das 2006 mit einem weiteren Rückgang der Bauinvestitionen. Dies erklärte ZDB-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Karl Robl am 30. Januar anlässlich der Eröffnungspressekonferenz zur Baufach 2006. Er hoffe allerdings, dass der Rückgang wesentlich geringer ausfallen werde als noch in 2005.
»Noch liegen keine endgültigen Daten zum Bauhauptgewerbe für das Jahr 2005 vor. Aber allein die Zahlen für den Zeitraum Januar bis November 2005 zeigen, wie dramatisch sich die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr nach unten bewegte«, sagte Robl.
So beschäftigte das Bauhauptgewerbe im November 2005 insgesamt 729.249 Personen (–5,1 Prozent). Davon waren 535.058 Beschäftigte (–4,5 Prozent) in westdeutschen und 194.191 Beschäftigte (–6,8 Prozent) in ostdeutschen Betrieben tätig. Das bedeutet, dass auf das Jahr 2005 hochgerechnet etwa 716.000 Personen im Bauhauptgewerbe tätig gewesen sein werden, das heißt rund 10.000 Beschäftigte weniger als wir bisher erwartet hatten. Dies entspricht einem Abbau von 51.000 Arbeitsplätzen (–6,6 Prozent) im vergangenen Jahr.
Der baugewerbliche Umsatz erreichte bis einschließlich November 2006 die Größe von 66,7 Milliarden Euro, was einem Minus von 6,1 Prozent entspricht. Davon erzielten die Baubetriebe in den neuen Ländern 15,6 Milliarden Euro an Umsätzen (–9,3 Prozent) und die in den alten Ländern 51,1 Milliarden Euro an Umsätzen (–5 Prozent). »Beim Umsatz werden wir wohl die prognostizierten 74 Milliarden Euro erreichen.« So Robl.
Das neue Auftragsvolumen liegt in den ersten elf Monaten des Jahres 2005 real um 3,1 Prozent und nominal um 1,7 Prozent unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Der Auftragsrückgang war im Hochbau real um 4,8 Prozent und im Tiefbau um 1,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Dabei liegt die Baunachfrage im Straßenbau real sogar um 0,2 Prozent über dem Vorjahresvolumen.
Die Auftragslage gestaltete sich für die westdeutschen Betriebe mit real –1,0 Prozent deutlich günstiger als die für die ostdeutschen Betriebe mit real –9,7 Prozent. Für die westdeutschen Betriebe erreichte die Nachfrage im Straßenbau mit real +3,9 Prozent sogar einen deutlich positiven Wert.
Für das laufende Jahr ist aufgrund der in der Mehrzahl ungünstigen Rahmenbedingungen noch nicht mit einer positiven Entwicklung der Bautätigkeit in Deutschland zu rechnen.
Die Einschnitte im Wohnungsbau durch die Abschaffung der Eigenheimzulage und der degressiven AfA werden die Baunachfrage im Wohnungsbau, dem wichtigsten Segment der Bauwirtschaft, weiter zurückgehen lassen. Die Baugenehmigungen, die wichtigsten Frühindikatoren für zukünftige Aufträge weisen ebenfalls nach unten: das Genehmigungsvolumen für neue Gebäude lag im Zeitraum Januar bis November 2005 insgesamt bei 43,0 Milliarden Euro und damit um 10,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei den Wohngebäuden wurden Anträge im Wert von 27,1 Milliarden Euro (–14,1 Prozent) genehmigt. Bei den Nichtwohngebäuden wurden Genehmigungen im Wert von 15,9 Milliarden Euro (–4,7 Prozent) ausgegeben. Das Genehmigungsvolumen für öffentliche Bauten liegt mit 3,8 Milliarden Euro um etwa 300 Mio. Euro niedriger als im Vorjahreszeitraum.
»Die Baugenehmigungen lassen somit keine Impulse für die Baunachfrage im Jahr 2006 erwarten«, erklärte Robl. Wenn sich die negative Entwicklung von 3,6 Prozent in 2005 auf – 1 Prozent in 2006 tatsächlich abschwächen würde, könnte die Hoffnung entstehen, dass es in 2007 ff. dann tatsächlich besser laufen wird.
Im Bauhauptgewerbe liegen die Erwartungen für 2006 derzeit bei einer Umsatzgröße von 72,5 Milliarden Euro, das wären 2 Prozent weniger als in 2005. Hinsichtlich der Beschäftigung scheint ein Rückgang um zirka 20.000 Personen auf unter 700.000 wahrscheinlich. |