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Baden-Württemberg: Zahl der Betriebe im Bauhauptgewerbe schrumpft seit 1995 um über 12 Prozent PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 15. Januar 2006
Zahl der Beschäftigten um 42 Prozent zurückgegangen Aufgrund der seit Jahren andauernden Krise sank auch im vergangenen Jahr die Zahl der Betriebe und tätigen Personen im Bauhauptgewerbe (Vorbereitende Baustellenarbeiten, Hoch- und Tiefbau). Nach den Ergebnissen der vom Statistischen Landesamt durchgeführten Totalerhebung, zu der alle Betriebe der Branche meldepflichtig sind, waren in Baden-Württemberg zum Stichtag Ende Juni 2005 noch etwa 7.140 Betriebe mit rund 86.000 Personen tätig. Damit gab es im Sommer 2005 im Bauhauptgewerbe 200 Betriebe (fast −3 Prozent) und knapp 4.400 Beschäftigte (rund −5 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor.

Noch deutlicher wird das Ausmaß des Schrumpfungsprozesses im Bauhauptgewerbe Baden-Württembergs im längerfristigen Vergleich. Ende Juni 1995 hatte das Statistische Landesamt in dieser Branche noch über 8.100 Betriebe mit rund 147.400 tätigen Personen gezählt. Dies bedeutet, dass die Betriebszahl in den vergangen zehn Jahren um über 12 Prozent, die Beschäftigtenzahl gar um nahezu 42 Prozent zurückgegangen ist. Die schon immer vorherrschenden klein- und mittelbetrieblichen Strukturen im Bauhauptgewerbe haben sich in den vergangenen Krisenjahren weiter verstärkt. So lag die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro Betrieb Ende Juni 2005 bei rund zwölf Personen. Zur Jahresmitte 1995 wies ein bauhauptgewerblicher Betrieb in Baden-Württemberg im Durchschnitt etwa 18 Beschäftigte auf.

Im Zehnjahresvergleich werden auch die Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur besonders deutlich. So ergaben die Auswertungen der tätigen Personen nach Berufsgruppen, dass die kaufmännischen und technischen Angestellten (einschließlich Auszubildender) in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Ende Juni 2005 gehörten rund 21 Prozent aller im Bauhauptgewerbe tätigen Personen zu den Angestellten, zehn Jahre zuvor waren es nur knapp 17 Prozent gewesen. Die stärkste Beschäftigungsgruppe stellen aber nach wie vor die Facharbeiter (einschließlich der Meister und Poliere). Sowohl 2005 als auch im Vergleichsjahr 1995 zählte ungefähr jeder Zweite zu diesen qualifizierten, unmittelbar an der Bauproduktion beteiligten Beschäftigten. Überdurchschnittlich stark fiel hingegen der Beschäftigungsabbau bei den niedriger qualifizierten Fachwerkern und Werkern (einschließlich Arbeiter mit angelernten Spezialtätigkeiten) aus. Entsprechend gehörten dieser Berufsgruppe Ende Juni 2005 nur noch rund 18 Prozent aller Beschäftigten an (gegenüber 23 Prozent Ende Juni 1995). Weitgehend unverändert blieb mit nahezu 5 Prozent der Anteil der gewerblichen Auszubildenden.

Der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer an den Gesamtbeschäftigten ist stark zurückgegangen. Er betrug Ende Juni 2005 nur noch knapp 13 Prozent (etwa 11.100 Beschäftigte). Im Sommer 1995 wurden dem Statistischen Landesamt noch über 30.700 ausländische Arbeitnehmer gemeldet. Damals hatten somit fast 21 Prozent der tätigen Personen einen ausländischem Pass.