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Die Bereitschaft zur Ausbildung ist im Handwerk ungebrochen. Politik und Gesellschaft müssen aber das Problem der steigenden Zahl von Schulabgängern ohne Ausbildungsreife ernst nehmen. So ZDH-Präsident Otto Kentzler in einem Beitrag zum Ausbildungsjahr 2006.
"Viele Betriebe im Handwerk müssen um ihre Existenz kämpfen, weil es in Deutschland an öffentlichen, gewerblichen und privaten Investi-tionen fehlt. Wir können stolz darauf sein, dass dennoch die Bereit-schaft zur Ausbildung ungebrochen ist. Das hat sich in den ersten beiden Jahren des Ausbildungspaktes gezeigt.
Problematisch bleibt die mangelnde Ausbildungsreife vieler Bewer-ber. Alljährlich bleiben einige tausend Ausbildungsplätze auch im Handwerk unbesetzt, weil es nicht genügend qualifizierte Bewerber unter den Schulabgängern gibt. Politik und Gesellschaft ignorieren die sich aufbauenden Probleme. Die Betriebe können das nicht. Sie brauchen qualifizierte Mitarbeiter. Wir müssen hier vorbeugen - ein nationaler Bildungspakt gerade zugunsten einer besseren berufli-chen Bildung ist gefragt.
Die stärkere Verzahnung vorberuflicher und beruflicher Bildung ist nötig, um die Qualität der Schulabgänger aus allgemein bildenden Schulen zu fördern. Mit seinen über 500 Bildungs- und Kompetenz-zentren bietet das Handwerk die Voraussetzungen für eine effektive Lernortkooperation damit für eine Verbesserung der Ausbildungsrei-fe. Die Lernmotivation der Schüler kann so gestärkt und „Wirtschaft“ erfahrbar werden.
Jugendliche, die das allgemein bildende Schulsystem bereits verlas-sen haben oder an diesem gescheitert sind, sollen durch eine Ein-stiegsqualifizierung (EQ) mit bundeseinheitlichen Qualifikationsbau-steinen einen Zugang in das Duale System finden. Eine vollzeitschu-lische Ausbildung ist überhaupt keine Alternative dazu. Jugendliche mit Schulproblemen benötigen Motivation über die Praxis, also Ler-nen im Betrieb. Entgegen aller geäußerten Kritik bestätigt die Über-nahmequote den Erfolg der Einstiegsqualifizierung: allein 42 Prozent der Absolventen wurde 2005 am Ende der Maßnahmen von den Be-trieben eine reguläre Ausbildung angeboten.
Der ZDH leistet täglich Überzeugungsarbeit, damit die handwerkli-chen Betriebe in Zukunft wieder ausreichend vorgebildete Lehrlinge bekommen und so ihre Zukunft sichern können. Wir haben auch die gesellschaftliche Stabilität im Blick. Denn nur Jugendliche mit ordent-lichem Schulabschluss und anschließender Lehre haben die Chance auf beruflichen Erfolg und Teilhabe in der Gesellschaft. Wer die von PISA dokumentierte Misere in den allgemein bildenden Schulen da-her nicht anpackt, der leistet Entwicklungen wie im Herbst 2005 in Frankreich Vorschub."
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