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Baunachfrage im dritten Quartal um 4 Prozent gestiegen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 27. November 2005
Gewerbliche Investoren sorgen für Auftragsplus von 8 Prozent Das deutsche Bauhauptgewerbe setzt seinen Aufwärtstrend fort: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, stieg der Auftragseingang im dritten Quartal 2005 um nominal 4,4 Prozent an. Dies gleicht die – witterungsbedingt – schlechte Entwicklung im ersten Quartal etwas aus: Von Januar bis September liegt das Auftragsniveau mittlerweile nur noch um 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Bisher wirkte sich die positive Auftragsentwicklung – die seit Mai dieses Jahres anhält – allerdings nicht auf die Umsätze aus: Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe verzeichnete im dritten Quartal ein Minus von 4,7 Prozent (Januar bis September: –9,3 Prozent). Entsprechend setzte sich der Arbeitsplatzabbau fort: Im Durchschnitt der ersten neun Monate waren nur noch 695.200 Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe beschäftigt, 73.000 weniger als noch vor einem Jahr. Allerdings sind für die Ergebnisse noch statistische Korrekturen zu erwarten.

Die gewerblichen Investoren haben ihre Zurückhaltung aufgegeben, der Investitionsstau der letzten Jahre löst sich langsam auf: Der Auftragseingang im Wirtschaftsbau lag im dritten Quartal um 8,4 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (Januar bis September: –0,2 Prozent). Hier macht sich bemerkbar, dass Deutschland mittlerweile zum Logistikstandort Nummer 1 geworden ist: Die Neubaugenehmigungen (umbauter Raum) für Handels- und Lagergebäude lagen um 2,1 Prozent über dem Vorjahreswert; von Januar bis September betrug das Genehmigungsplus sogar 8,7 Prozent.

Der Öffentliche Bau (3. Quartal: 6,0 Prozent, Januar bis September: –2,0 Prozent) profitiert auch weiterhin von dem Investitionsprogramm der Bundesregierung: Die Straßenbaubetriebe meldeten für das dritte Quartal ein Auftragsplus von 15,1 Prozent (Januar bis September: 1,0 Prozent). Aber auch der sonstige Tiefbau lag mit 1,2 Prozent im Plus (Januar bis September: –3,2 Prozent). Lediglich für den Öffentlichen Hochbau wird ein Rückgang von 5,8 Prozent ausgewiesen (Januar bis September: –6,4 Prozent).

Von der allgemeinen baukonjunkturellen Erholung haben jedoch nicht alle Bausparten gleichermaßen profitiert. Der Wohnungsbau leidet immer noch unter der Unsicherheit der privaten Investoren: Der Auftragseingang lag im dritten Quartal um 7,8 Prozent unter dem Vorjahreswert (Januar bis September: –9,4 Prozent). Einziger Lichtblick: Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen lag im dritten Quartal um 3,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die positive Entwicklung ist allerdings nur auf ein Genehmigungsplus von fast 10 Prozent beim Einfamilienhausbau zurückzuführen. Dies könnte bald wieder vorbei sein, zumal es sich lediglich um einen Reflex auf die (im Sommer einsetzende und nun beendete) Diskussion über die Zukunft der Eigenheimzulage handelt.