|
Bau- und Baustoffmaschinen: Export sorgt für mehr Umsätze
|
|
|
|
|
Mittwoch, 23. November 2005 |
Die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie wird in diesem Jahr ihre Umsätze um über zwölf Prozent auf 9,7 Milliarden Euro steigern. Der Grund dafür ist das weiterhin florierende Exportgeschäft. Bis zum Jahresende werden sich die Ausfuhren um 17 Prozent auf fast 7,2 Milliarden Euro erhöhen. Wie Dr. Christof Kemmann, Vorsitzender des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen im VDMA, auf der Pressekonferenz anlässlich der Mitgliederversammlung Mitte November in Oberhausen des Fachverbandes weiter sagte, liege die Exportquote damit bei 74 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 71 Prozent.
Nach Meinung von Kemmann scheint sich die Lage auf dem deutschen Baumarkt ein wenig zu entspannen. Bei einer im September durchgeführten Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer hätten zwei Drittel der befragten Bauunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit gut beziehungsweise befriedigend angegeben. Für 2006 erwarteten fast 70 Prozent sogar eine gleich bleibende beziehungsweise bessere Entwicklung. Derart gute Umfragewerte habe es schon lange nicht mehr gegeben. Kemmann hofft, dass sich diese Einschätzung bestätigt und sich positiv auf den Inlandsabsatz auswirkt. Für das laufende Jahr erwartet er bei Baumaschinen ein Umatzplus von drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Bei Baustoffmaschinen zeichne sich ein Minus von fünf Prozent auf knapp 630 Millionen Euro ab.
Ganz anders als im Inland sieht der Vorsitzende die Situation auf den Auslandsmärkten. In vielen Bereichen, wie beispielsweise der Kran-, Verdichtungs- und Betontechnik, aber auch der Herstellung von Glas- und Keramikmaschinen beziehungsweise -anlagen, sei man weltweit führend. Als eine wichtige Plattform, auf der die Industrie ihre Leistungsfähigkeit präsentieren könne, nannte er die Bauma China. Sie sei die größte Messe für Bau- und Baustoffmaschinen im gesamten asiatischen Raum. Kemmann: »Ich kann nur jedem Hersteller raten: Wer dort präsent sein will, muss ganz einfach dabei sein.«
Für das Gesamtjahr rechnet Kemmann im Auslandsgeschäft bei Baumaschinen mit einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Bei Baustoffmaschinen geht er von einer Erhöhung um 20 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro aus. Durch die Eingliederung der osteuropäischen Länder in die EU seien neue, attraktive Absatzmärkte entstanden. Allein die Exporte von Bau- und Baustoffmaschinen nach Polen sind in den ersten acht Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 40 Prozent gestiegen. Auch das Volumen der Grauimporte von Zement habe sich, so Kemmann weiter, erheblich reduziert. International seien die deutschen Zementanlagenhersteller gut aufgestellt. Allerdings hätten die Chinesen, wie auch in vielen anderen Maschinenbereichen, deutliche Fortschritte gemacht. Nicht nur in Asien, sondern mittlerweile auch in Europa seien sie zu ernst zu nehmenden Wettbewerbern geworden. Als wichtigste Exportländer nannte er die Staaten Europas, die USA, China und Russland. Stark angezogen hätten auch die Aufträge aus den Golfstaaten. Der hohe Ölpreis spüle dort viel Geld in die Kassen und mache umfangreiche Investitionen möglich.
Für das kommende Jahr erwartet Kemmann im Inland eine Umsatzsteigerung im unteren einstelligen Prozentbereich. Im Ausland werde man möglicherweise wieder zweistellig wachsen. Um den durch die hohen Arbeitskosten und ausufernde Bürokratie bedingten Standortnachteil wett zu machen, sieht er nur eine Möglichkeit: »Wir müssen intelligenter, kreativer, schneller, flexibler und qualitativ besser sein als unsere ausländischen Wettbewerber.« Die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie glänze nicht so sehr durch niedrige Preise, sondern eher durch intelligente Lösungen.
|