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Metabo: Bei Elektrowerkzeugen setzen Deutsche auf Qualität PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 15. November 2005
Repräsentative Forsa-Umfrage zeigt: Mehrheit keine »Geiz ist geil«-Anhänger Elektrowerkzeuge sind für die Bundesbürger mehrheitlich keine geeigneten »Geiz ist geil«-Produkte. Stattdessen spielen beim Kauf vorrangig »handfeste« Qualitätskriterien sowie das Vertrauen in die Marke eine Rolle. So lauten die Kernaussagen einer Anfang Oktober 2005 durchgeführten Forsa-Untersuchung, die für die deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahre repräsentativ ist. Die Resultate der von Metabo initiierten Studie stellte der konzernunabhängige Elektrowerkzeug-Produzent Mitte November während eines Presseforums erstmals der Öffentlichkeit vor.

Zunächst wollten die Berliner Sozialforscher wissen, ob für die Deutschen beim Shopping ganz allgemein ausschließlich der Preis entscheidet. Das mit Blick auf die gerade in jüngster Zeit immer wieder in den Mittelpunkt gerückte Schnäppchenjäger-Mentalität durchaus überraschende Votum: Lediglich ein Drittel der Bundesbürger zählt danach zu den »Geiz ist geil«-Anhängern, während sich zwei Drittel mehr oder minder klar davon distanzieren. Das gelte für West- und Ostdeutschland gleichermaßen.

Bei Elektrowerkzeugen ist der Erhebung zufolge die »Ablehnungs-Front« per Saldo noch stärker ausgeprägt als beim generellen Kaufverhalten. Konkret: Insgesamt 68 Prozent verneinen hier tendenziell die reine Preisorientierung; nur 27 Prozent sehen das anders. Grundlegende Unterschiede in einzelnen Teilgruppen (Region, Geschlecht, Alter, Haushaltsgröße etc.) machten die Forsa-Interviewer nicht aus.

Noch erheblich größere »Billigzweifel« ermittelten sie bei der nächsten Frage. Danach würden gerade einmal 6 Prozent der Bundesbürger bei der (realistischen) Möglichkeit, z. B. einen Akkuschrauber für 9,99 Euro kaufen zu können, »sofort zugreifen«. Dagegen ließen 31 Prozent »in jedem Fall die Finger davon«. Außerdem neigen laut Studie 46 Prozent zumindest dazu, das Billigmodell zu verschmähen.

Ein weiteres Resultat bestätigt die offenbar eher qualitätsorientierte Grundeinstellung der Deutschen: Bei der Auswahl eines Elektrowerkzeuges führen lange Lebensdauer (91 Prozent), hohe Leistung (88 Prozent), einfache Bedienung (87 Prozent), lange Garantiezeit (83 Prozent) und ein vertrauenswürdiger Hersteller (78 Prozent) die Liste der »(sehr) wichtigen« Kriterien an. Erst dahinter rangiert mit 74 Prozent der Preis. Und: Auch hier registrierte Forsa bei keiner untersuchten Bevölkerungsschicht auffällige Sonderentwicklungen.

Eine wesentliche Rolle für die Käufer von Elektrowerkzeugen spielt ferner die eigene praktische Markenerfahrung, fand das Berliner Institut heraus. Unter dem Strich halten danach rund 60 Prozent der Bundesbürger diese Markenkenntnis für eine (sehr) wichtige Entscheidungshilfe. 34 Prozent tun das (eher) nicht. Nachholbedarf gebe es primär in der Kategorie »18 bis 29 Jahre«. Er beruhe aber wohl auch darauf, dass Jüngere relativ selten bereits über konkrete Erfahrungen mit Elektrowerkzeugen verfügten. Unabhängig davon habe das Vertrauen in die Marke als Kaufkriterium einen hohen Stellenwert.

Abschließend wollte Forsa wissen, wo die Deutschen bevorzugt Elektrowerkzeuge kaufen (würden). Unangefochten auf Platz 1 des Rankings liegen Baumärkte (55 Prozent) vor dem Fachhandel (30 Prozent). Discounter (3 Prozent), Internet (2 Prozent) und Versandhandel (1 Prozent) sind dagegen derzeit offenbar keine wirkliche Alternative, wenn es um die Anschaffung von »Akkuschraubern, Bohrmaschinen & Co.« geht.

Deutliche Unterschiede bei den Präferenzen der zwei Hauptbezugsquellen zeigen sich bei den Altersgruppen. Ein Trend heißt: Je jünger die (potenziellen) Käufer, desto eher favorisieren sie den Baumarkt. Der vermutete Umkehrschluss trifft aber ebenfalls zu: Je älter die Menschen, desto mehr vertrauen sie dem Fachhandel. Eine »Wählerwanderung der besonderen Art« nannte Haupt die von der Studie ausgewiesene Tatsache, dass sich die Schere zwischen Baumarkt und Fachhandel in Ostdeutschland erheblich stärker öffnet als im Westen der Republik.