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Arbeiter, Landwirt oder selbständige Handwerker sind stärke als andere Berufsgruppen gefährdet, im Alter unter der Abnützung der Gelenke zu leiden.
An schmerzhaften Gelenkabnutzungen (Osteoarthrose) leidet jeder vierte Bundesbürger. Regelmäßige sportliche Betätigung in Maßen könnte vorbeugen, doch gerade die Hochrisikogruppen nehmen diese Chance der Gesundheitsvorsorge viel zu wenig wahr. Dies sind Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg.
„Die Ergebnisse bestätigen zum Teil unsere Annahmen, manches war jedoch auch überraschend“, so Dr. Sven Schneider, Wissenschaftler an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Wenig erstaunlich ist die Altersabhängigkeit: Unter 30 Jahren ist die Arthrose eines Gelenks eher selten. Nur jeder 20. ist betroffen, bei über Sechzigjährigen ist es jeder zweite.
Erwartungsgemäß stellt Übergewicht den bedeutsamsten Risikofaktor für die Entstehung einer Arthrose dar. Wenig überraschend ist auch der Befund, dass vor allem schwer körperlich arbeitende Berufe wie Arbeiter, Landwirt oder selbständige Handwerker eine Arthrose begünstigen - im Vergleich zu Angestellten und Beamten. Vor allem Fehlbeanspruchungen der Beine, schweres Heben mit gebeugten Knien sowie lang andauernde kniende Tätigkeit schaden den Hüft- und Kniegelenken.
Fast ebenso häufig wie Schmerzen in Hüft- und Kniegelenken wird von den Patienten aber auch über Schmerzen in den Fingergelenken berichtet. Dies stützt die These, dass es nicht nur mechanische, sondern auch metabolische Gründe für das Entstehen einer Osteoarthrose gibt. Bei Frauen kommen noch hormonelle Faktoren hinzu. So haben Frauen einige Jahre nach den Wechseljahren viel öfter eine Arthrose als Männer. Bis zu einem Alter von 60 Jahren ist die Arthrose-Rate bei Männern höher; in höherem Alter kehrt sich das Verhältnis um.
Eine Frage zur Vorsorge konnten die Heidelberger Wissenschaftler mit Hilfe der Studie beantworten: Hierzulande treibt jeder zweite Erwachsene (47 Prozent) keinerlei Sport. Lediglich jeder Dritte ist zumindest eine Stunde pro Woche sportlich aktiv. Vor allem Frauen, Senioren sowie Personen aus der unteren sozialen Schicht sind „Sportmuffel.“
Gerade diese Personengruppen (z.B. ältere Frauen aus den unteren Bildungsgruppen) zählen zu den Hochrisikogruppen (nicht nur für die Arthrose, sondern auch für zahlreiche andere Volkskrankheiten wie den Rückenschmerz, Bluthochdruck und Diabetes). Deswegen schlagen die Autoren statt einer „Prävention mit der Gießkanne“ die gezielte Ausweitung niedrigschwelliger Sport- und Bewegungsprogramme für sozial Benachteiligte vor. |