|
Baden-Württemberg: Große regionale Unterschiede in der Wohnungsversorgung
|
|
|
|
|
Sonntag, 6. November 2005 |
Die Wohnungsversorgung in Baden-Württemberg ist regional sehr unterschiedlich: Neben Gebieten mit einer ausgesprochen guten Wohnungsversorgung finden sich Regionen mit einem hohen Wohnungsdefizit und einer entsprechend angespannten Marktsituation. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle IAW-Wohnungsmonitor der L-Bank.
Fünf der zwölf Regionen Baden-Württembergs weisen im Jahr 2005 Wohnungsdefizite auf. Insgesamt beträgt das regionale Wohnungsdefizit in Baden-Württemberg 2005 etwa 62.000 Wohnungen. Dies entspricht 1,3 Prozent des aktuellen Wohnungsbestands. Den beiden nordwestlich gelegenen Regionen Mittlerer Oberrhein und Unterer Neckar fehlen jeweils etwa 12.500 Wohnungen, dies sind 2,8 beziehungsweise 2,3 Prozent des dortigen Wohnungsbestands. In der Region Stuttgart fehlen zur Vollversorgung der 1,2 Millionen Haushalte etwa 26.000 Wohnungen, 2,1 Prozent des Wohnungsbestands. Der Wohnungsmangel konzentriert sich dabei in besonderem Maße auf das Zentrum der Region, auf die Landeshauptstadt selbst. Auch im Südlichen Oberrhein und in der Region Neckar-Alb ist der Markt mit einen Defizit von 1,8 beziehungsweise 0,9 Prozent spürbar angespannt.
Von 2002 bis 2004 wurden zwischen 35.000 und 40.000 Wohnungen jährlich fertig gestellt. Diese Bautätigkeit kam aber nicht nur den schlecht versorgten Regionen zugute. Darüber hinaus werden jedes Jahr etliche Tausend Wohnungen abgerissen und anderweitig genutzt. Dem Wohnungsdefizit könnte durch eine regional zielgerichtete Belebung der Bautätigkeit begegnet werden.
Der Wohnungsmangel entsteht hauptsächlich in urbanen Regionen mit einem attraktiven Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Für viele jüngere Menschen wiegen die Vorteile des städtischen Lebens die Nachteile einer knappen Wohnungsversorgung auf. Insbesondere in Universitätsstädten wie Freiburg ziehen viele Studenten vor, im schlechter versorgten Zentrum zu wohnen und wählen nicht das besser versorgte Umland. Größere Haushalte weichen beim Haus- oder Wohnungskauf wesentlich häufiger in die Randzonen und ländlichen Räume aus, wenn das Wohnungsangebot in den Zentren zu knapp wird. Das Umland trägt also dazu bei, die Wohnungsdefizite der Städte auszugleichen.
Die aktuelle Ausgabe des L-Bank-IAW-Wohnungsmonitors dokumentiert das Nebeneinander von gut versorgten und angespannten Regionalmärkten in Baden-Württemberg.
Der einmal jährlich erscheinende Wohnungsmonitor wird von der L-Bank herausgegeben und in ihrem Auftrag vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen erstellt. Der Wohnungsmonitor analysiert den Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg und gibt Antworten auf Fragen der Wohnungsversorgung, der Wohnungswirtschaft und angrenzender Themenfelder. |