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Baumarkt Schweiz: Klein, aber fein PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 3. November 2005
Seminar in NRW zeigt Chancen für das Bau- und Ausbaugewerbe auf Einen »kleinen, aber feinen Markt« stellte das Außenwirtschaftsprojekt »Steps« der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) jetzt etwa 40 Unternehmern aus den Bau- und Ausbauhandwerken vor: In der Schweiz werden Betriebe durchaus gesucht, die sich auf hochwertigen Innenausbau und seniorengerechtes Bauen spezialisiert haben. Das Praxisseminar bereitete auf eine Unternehmerreise vor, die im März in die Region Zürich führen wird.

Zwei Handwerksbetriebe auf dem Podium und weitere in der Zuhörerschaft räumten das Vorurteil beiseite, in der Eidgenossenschaft bestehe für deutsche Fachfirmen kein Markt: Die Anton Müther GmbH aus Haltern am See, spezialisiert auf den Sauna- und Wintergartenbau, ist seit drei Jahren bei unserem südlichen Nachbarn aktiv und will wegen der wachsenden Nachfrage im kommenden Jahr in Zürich sogar ein eigenes Verkaufsbüro eröffnen. Auslöser dieser Aktivitäten waren zunehmende Internetanfragen nach Saunaartikeln, die Ulrich Müther bewogen, sich für dieses Land zu interessieren. Der Zufall in Person eines begeisterten Auftraggebers, der Handelsvertreter ist, hat ihm nun den Weg geebnet zur eigenen Dependance, die die Ausweitung der Geschäfte auch auf gewerbliche Kunden, vor allem Hotels, ermöglichen soll. In diesem Bereich ist Christian Schmitz, Elektromeister aus Rees, bereits tätig: Über einen deutschen Auftraggeber hat er mit seinen zehn Mitarbeitern schon mehrere Hotelumbauten im Nachbarland abgewickelt.

Einig waren sich alle Schweiz-Kenner, dass dort die Nachfrage nach qualifizierten Aus- und Umbauleistungen dort größer ist als das heimische Angebot und dass die Schweizer qualitätsbewusste, aber »pflegeleichte« Kunden seien: Sie kämen in Verhandlungen ohne Umschweife »auf den Punkt«, Mängelrügen brächten sie kaum vor, andererseits hielten sie das »Zahlungsziel sofort« präzise ein – bei Stundenverrechnungssätzen, die zum Teil erheblich über unseren liegen. Eine Kalkulation auf dieser Basis lasse auch den Fahrtaufwand verschmerzen sowie die vergleichsweise hohen Mindestlöhne, die ausländische Firmen ihren Mitarbeitern auf jeden Fall zahlen müssten.

Einstellen müsse man sich jedoch auf die besonderen Rahmenbedingungen in der Eidgenossenschaft, betonte nicht zuletzt Barbara Peinel, Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer München: Bei Elektro-, Gas- und Wasserarbeiten benötigt man eine Installationsbewilligung, ganz generell muss man sich aber anmelden, wenn man dort tätig werden will. Kurzaufenthalte bis zu 90 Tagen pro Unternehmen seien relativ problemlos möglich. Die Einhaltung dieser Frist und beispielsweise auch der Arbeitszeitregeln werde zumeist penibel kontrolliert, ähnlich genau wie beim Zoll der Materialtransport. Ein Kollegen-Rat von Christian Schmitz: »Nehmen Sie nie offene Packungen mit, sonst kann es Ihnen passieren, dass jede Schraube gezählt wird.«

Diese Berichte bestärkten die »Steps«-Mitarbeiter, für die geplante Unternehmerreise zu werben: Vom 21. bis 24. März werden vor Ort Gespräche mit Wirtschaftsvertretern, Architekten und Bauträgern geführt. Vor allem jedoch will man Hotels, Wohnanlagen und Seniorenresidenzen besichtigen, um einen Eindruck von der Bauweise und den technischen und gestalterischen Anforderungen zu vermitteln. Auf dieser Basis sollen dann die Unternehmer den Schweizer Markt auf Chancen für ihren eigenen Betrieb überprüfen. Wer Näheres über diese Fahrt wissen will, sollte sich bei Petra Bonifas von der LGH unter Tel.: 0211/ 30 10 8-361, Fax: 0211/ 30 10 8-500 informieren.

Wiederholt wird das Schweiz-Seminar am 17. November bei der Kreishandwerkerschaft Heinsberg in Geilenkirchen. Kontakt und Anmeldung dazu bei Ute Schweren von der Handwerkskammer Aachen, Tel. 0241/ 471-131.