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Baugewerbe erwartet 2006 zwölftes Rezessionsjahr in Folge
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Mittwoch, 26. Oktober 2005 |
Deutlicher Rückgang im laufenden Jahr
Sämtliche Indikatoren für die weitere Entwicklung der Bauwirtschaft weisen nach wie vor nach unten. Für das Jahr 2005 werden die Bauinvestitionen deutlich und zwar um 4,4 Prozent zurückgehen. Und auch das Jahr 2006 lässt keine stärkere Nachfrage nach Bauleistungen erwarten. Diese Einschätzung äußerte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Arndt Frauenrath, am 27. Oktober anlässlich einer Pressekonferenz zum Deutschen Baugewerbetag in Berlin. Mehr als eine Abschwächung des Rückgangs der Bauinvestitionen sei nicht zu erhoffen. Der Rückgang der Investitionen werden sich 2006 sich auf 2,5 Prozent, der des Umsatzes auf 2,7 Prozent und der der Beschäftigung auf 3,4 Prozent abschwächen.
Bau in Zahlen: Baugenehmigungen, Umsätze, Bauinvestitionen, Beschäftigte
Das Genehmigungsvolumen lag von Januar bis August 2005 insgesamt bei 37,5 Millionen Euro und damit um 15,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei den Wohngebäuden wurden Anträge im Wert von 23 Milliarden Euro (–20 Prozent) genehmigt. Bei den Nichtwohngebäuden wurden Genehmigungen im Wert von 11,2 Milliarden Euro (–8,9 Prozent) ausgegeben.
Das Genehmigungsvolumen für öffentliche Bauten liegt mit 2 Milliarden Euro um etwa 200 Millionen Euro niedriger als im Vorjahreszeitraum.
»Die Baugenehmigungen lassen keine Impulse für die Baunachfrage im Jahr 2006 erwarten«, erklärte der ZDB-Präsident. Alle bisher vorliegenden Daten des Jahres 2005 weisen auf ein deutlich schwächeres Beschäftigungs-, Nachfrage- und Leistungsniveau der deutschen Bauwirtschaft hin.
Die Bauinvestitionen lagen im ersten Halbjahr 2005 mit 6 Prozent im Minus. Insgesamt geht das Baugewerbe von einem Rückgang der Bauinvestitionen in diesem Jahr um 9,3 Milliarden Euro auf 201 Milliarden Euro aus, dies entspricht einem Minus von 4,4 Prozent. Bei den Umsätzen ist ein deutliches Minus für das Gesamtjahr 2005 unausweichlich. Der ZDB erwartet einen Gesamtumsatz in Höhe von 74 Milliarden Euro, was gegenüber dem Jahr 2004 einen Rückgang um rund 6 Prozent bedeutet.
Die Auftragseingänge lagen im Monat August 2005 um 8,4 Prozent über der Vergleichsgröße des Vorjahres, darunter im öffentlichen Bau sogar um 9,7 Prozent. Kumulativ ergibt sich bis einschließlich August dennoch ein Rückgang der Baunachfrage um 3,5 Prozent.
Von Januar bis August 2005 gingen seitens der öffentlichen Hand Aufträge mit einem Volumen von knapp 12 Milliarden Euro und von Unternehmen in fast ähnlicher Größenordnung ein. Im Vergleich zur Vorjahresperiode nahmen die öffentlichen Aufträge damit um 2,8 Prozent und die gewerblichen um 1,7 Prozent ab.
Bei den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten erreichte der Wohnungsbau einen Anteil von etwa 18 Prozent (gleich etwa 5 Milliarden Euro) am gesamten Auftragsvolumen und weist gegenüber dem Vorjahr eine um 9,3 Prozent geringere Nachfrage auf.
Die Zahl der Beschäftigten lag im August 2005 bei 714.000 Personen. Das waren gegenüber dem Vorjahresmonat 9,3 Prozent weniger Beschäftigte. Im Jahresdurchschnitt 2005 wird die Gesamtbeschäftigung im Bauhauptgewerbe bei voraussichtlich 725.000 Personen liegen. Es wären damit erneut 42.000 Arbeitsplätze verloren gegangen (–5,5 Prozent). |