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Bau- und Baustoffmaschinen: Zukunftsmarkt Indien PDF Drucken E-Mail
Montag, 17. Oktober 2005
Branche wächst zweistellig »Den niedrigen Dollarkurs haben wir verdaut.« Das war die Schlussfolgerung von Michael Michaelis (Liebherr) gegen Ende der jüngsten Sitzung des Zentralen Arbeitskreises Export. Keiner der zahlreichen Vertreter von Mitgliedsunternehmen, die zu der Veranstaltung des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen in das VDMA-Gebäude nach Frankfurt gekommen waren, hatte während einer kurzen Erläuterung der aktuellen wirtschaftlichen Situation seines Unternehmens den im Vergleich zum Euro niedrigen Dollarkurs auch nur erwähnt. In Deutschland, so Michaelis, sei, anders als beispielsweise in Italien, die Produktivität in den Unternehmen gestiegen. Die mit dem starken Euro verbundenen Mehrkosten könnten deshalb besser aufgefangen beziehungsweise kompensiert werden.

Insgesamt sieben Referenten hatte der Arbeitskreis für seine Sitzung aufgeboten. Im Vordergrund standen Informationen über die Exportmärkte Indien und die Golfregion. Dr. Peter Hug, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes, kündigte für die Branche im laufenden Jahr ein insgesamt zweistelliges Wachstum an. Die Ausfuhren von Bau- und Baustoffmaschinen würden sich auf knapp sechs Milliarden Euro erhöhen. Vor allem die Hersteller von Baustoff-, Keramik- und Glasmaschinen profitierten von der durch den hohen Ölpreis teilweise stark angezogenen Nachfrage insbesondere aus den Golfstaaten. Allerdings hätten sich einige Teilbranchen, vor allem im Bereich Baumaschinen, zu stark auf Europa konzentriert. Insgesamt gesehen habe sich jedoch die Zahl der Exportländer und damit auch die Diversifikation wesentlich erhöht. Als erfreulich wertete Hug, dass Russland im Bereich Baumaschinen jetzt wieder unter den zehn größten Exportländern rangiere. »Darum haben wir uns sehr bemüht.«

Ein durchschnittliches Wachstum des indischen Bruttoinlandsprodukts von jährlich etwa sechs Prozent bis 2020 kündigte Jennifer Asuncion-Mund, Senior Economist der Deutschen Bank Research, an. Damit liege der Subkontinent weltweit mit an der Spitze. Von 1990 bis heute habe sich der deutsche Warenaustausch mit Indien auf mehr als sechs Milliarden US-Dollar verdoppelt. Beim Bruttoinlandsprodukt liege das Land schon jetzt vor Deutschland auf Platz vier der Weltrangliste. Den relativ hohen Steuern stünden verhältnismäßig niedrige Arbeitskosten gegenüber.

In punkto Baumaschinen sprach Michael Michaelis von einem stetigen Wachstum in fast allen Bereichen. Explosionsartige Veränderungen - wie in China - gäbe es in Indien nicht. Der Markt sei berechenbar. Die Zahl der verkauften Baumaschinen sei von etwa 8 700 im Jahr 1999 kontinuierlich auf rund 11 800 im vergangenen Jahr gestiegen. Bis Ende 2006 erwartet er eine weitere Erhöhung auf mehr als 17 000 Einheiten. In Indien, so Michaelis, könne langfristig geplant werden. Die Importabgaben seien von früher 56 auf jetzt etwa 35 bis 40 Prozent gesunken. Branchenunternehmen, die sich dort engagiert hätten, wären überwiegend hoch zufrieden.