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Stolpe: Moderne Bauphysik unterstützt Nachhaltigkeitsstrategie der
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Sonntag, 27. Juni 2004 |
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"Die wissenschaftlichen Entwicklungen der modernen Bauphysik haben zu
immensen Steigerungen der Energieeffizienz geführt und damit die
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wirkungsvoll
unterstützt." Das sagte Dr. Manfred Stolpe, Bundesminister für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, am 24. Juni anlässlich des
75-jährigen Jubiläums des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in
Stuttgart. Das Bundesministerium habe vor allem im Gebäudebereich in
Bezug auf Ressourcenschonung und Klimaschutz vieles leisten können.
Unter anderem hätten wissenschaftliche Untersuchungen und statistische
Erhebungen gezeigt, dass mit den bisher ergriffenen Maßnahmen, zum
Beispiel der Energieeinsparverordnung, der spezifische
Heizenergieverbrauch je Quadratmeter Wohnfläche in den letzten 20
Jahren um rund 40 Prozent gesenkt werden konnte.
Mit Blick auf den weltweit steigenden Energieverbrauch und die
steigenden Energiepreise sei die konsequente Fortsetzung nachhaltiger
Politik alternativlos. Ein Schwerpunkt des Beitrags des
Bundesministeriums für den Bausektor sei dabei die Umsetzung der
EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, sagte
Stolpe. Aufgrund dieser Richtlinie werde die Energieeinsparverordnung
bis zum Jahr 2006 umfassend angepasst. Energieeinsparreserven
bestünden bei der Beleuchtungsenergie und Klimaanlagen in Gebäuden.
Mit der Novellierung des Energieeinsparrechts soll auch ein
bundesweiter Energieausweis für Gebäude eingeführt werden. Er soll
verständlich und damit verbraucherfreundlich sein und so zum
Schlüsselelement einer modernen Informationspolitik zum
energiesparenden und umweltgerechten Bauen werden. Um mit gutem
Beispiel voranzugehen, werde die Bundesregierung den CO2-Ausstoss in
ihren eigenen Liegenschaften bis zum Jahre 2010 um 30 Prozent im
Vergleich zu 1990 reduzieren.
Bei der Förderung des energiesparenden Bauens zog Stolpe eine positive
Bilanz. So habe die Kreditanstalt für Wiederaufbau im
CO2-Gebäudesanierungsprogramm bis zum 31. Mai 2004 55.000 Kredite mit
einem Darlehensvolumen von 2,9 Millionen Euro für die Sanierung von
über 154.000 Wohnungen zugesagt. Ein weiteres Standbein der
Wohnwertförderung bilde das im Rahmen der Agenda 2010 aufgelegte
KfW-Wohnraum-Modernisierungsprogramm 2003. Mit diesem Programm gebe
die Bundesregierung gezielt Anreize zur Modernisierung und
Instandsetzung von eigengenutzten oder vermieteten Wohnraum. Bis Ende
Mai 2004 seien in diesem Programmteil der Wohnwertförderung fast
77.000 Kredite in Höhe von 2,9 Millionen Euro für die Sanierung über
271.000 Wohnungen zugesagt worden. Der Bundesminister verwies auch auf
die Pilotprojekte des Bundsministeriums. Sie betreffen beispielsweise
den Einsatz von Brennstoffzellen in Gebäuden, die Altbausanierung auf
Niedrigenergiehausstandard und das Energiespar-Contracting.
Die Forschung müsse noch stärker auf die Fragen des Klimaschutzes und
der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden, betonte Stolpe. Mit einem
Bauforschungskongress noch in diesem Jahr wolle er dafür eine
Diskussionsplattform anbieten.
"Die Bauphysik ist zwar weltweit eine relativ junge
naturwissenschaftliche Disziplin, aber sie ist in den letzten Jahren
zu einer enorm wichtigen Quelle des Fortschritts geworden und steckt
voller Innovationen", würdigte Stolpe die Leistungen des Fraunhofer
Instituts. Das Institut habe es geschafft, Deutschland zu einem
weltweit führenden Standort der Bauphysik zu entwickeln.
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