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Chefsessel im Handwerk frei: Generationswechsel als Chance sehen |
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Montag, 29. März 2004 |
Moderator der Handwerkskammer Stuttgart soll Wege zur Betriebsübergabe ebnen
Die Betriebsnachfolge ist im Mittelstand – auch im Handwerk – ein Problem. Zu viele Firmen werden mangels Nachfolger dicht gemacht. Bei der Stuttgarter Handwerkskammer zeichnet sich ein neuer Lösungsansatz ab: Ein Moderatorenprojekt zur Begleitung der Unternehmensnachfolge.
Ein Vierteljahr Beraterarbeit liegt jetzt hinter Thomas Pfeiffer. Er hat während dieser Zeit schon intensiv Erfahrungen sammeln können. Thomas Pfeiffer ist seit Jahresanfang Moderator in der Handwerkskammer Region Stuttgart. Er begleitet Betriebsübergaben, soll in erster Linie potenzielle Übergeber ausfindig machen und vor allem aber für die Problematik der Nachfolge sensibilisieren.
Thomas Pfeiffer weiß, dass in den nächsten fünf Jahren etwa ein Viertel aller Handwerksbetriebe zur Übergabe anstehen. Das wären in der Region Stuttgart etwa 9000. »Viele Unternehmer machen sich jedoch zu wenig oder zu spät Gedanken über die Nachfolge«, sagt er. Seine Empfehlung: Eine Übergabe früh und gut vorbereiten. Mindestens ein Jahr vorher sollte man mit der Planung beginnen – weit früher, wenn man erst einen Nachfolger suchen muss. Bei den Kontakten mit Senioren und Junioren stellt er stets vier zentrale Problemfelder fest: Mangelndes Risikobewusstsein der Übergeber beziehungsweise der Nachfolger, Schwierigkeiten bei der Übernahmefinanzierung, Informationsdefizite der Nachfolger und eine mangelnde Zielorientierung. Ein Weiteres kommt hinzu: »Die unsichere Zukunft erschwert derzeit die Nachfolgersuche – innerhalb der Familie wie auch nach Externen.«
Erste Erfolge in der Praxis
In den letzten drei Monaten konnte er bereits konstruktive Hilfe leisten. Die Betriebe wurden aufmerksam gemacht, eine Problemlösung durchgesprochen, ein Nachfolger gesucht. Die Umsetzungsphase – häufig sehr diskret – ist im Gange. Pfeiffer hofft auf Erfolge, denn der »Generationswechsel im Handwerk geht immer seltener reibungslos über die Bühne«. Deshalb ist das Moderatorenprojekt für viele ältere Unternehmer eine ideale Hilfe, die zudem kostenlos ist. Drei Jahre lang lässt das ESF-Landesprojekt Moderatoren zur Sicherung der Unternehmensnachfolge der Handwerkskammer Region Stuttgart diese intensive Betreuung zu.
Auch Franz Falk, in der Handwerkskammer Geschäftsführer für den Bereich Management und Technik, weiß, dass die Sicherung der Unternehmensnachfolge eine der dringendsten Aufgaben im Handwerk ist, die rasch einer Lösung bedarf. Zwar haben die Betriebsberater der Kammer seit Jahren einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in Beratungen zu Betriebsübergaben und -übernahmen. Falk: »Aber aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Beratungsbedarf steigen und wir müssen unser Leistungsangebot erweitern. Nur so können wir alle potenziellen Betriebsübergeber aktiv ansprechen und den Übergabeprozess begleiten.« Der Moderator und das Beraterteam der Kammer werden gemeinsam die Vorbereitung der Betriebsinhaber und der künftigen Unternehmer noch weiter intensivieren. Deshalb wird Thomas Pfeiffer pro Woche immer mehrere Einsätze haben, um das Problem mit den verschiedensten Veranstaltungen im Handwerk aufzudecken.
Doch nicht nur das: Eine weitere Aufgabe wird es zudem sein, neue Zielgruppen für die Betriebsübergabe anzusprechen und den Kontakt zu den Hochschulen zu nutzen, um auch junge Ingenieure als künftige Unternehmer für das Handwerk zu gewinnen. Wie gesagt: Es werden viele Chefsessel frei.
Kontakt:
Franz Falk
Geschäftsführer Management und Technik
Tel. 07 11 / 16 57-2 71
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