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Haus-Anstriche fressen Luftverschmutzung weg
Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS)
der Europäischen Kommission http://europa.eu.int und ein Konsortium von
Privatunternehmen und Forschungseinrichtungen führen ein Programm zur
Untersuchung innovativer Baustoffe durch, das beim Kampf gegen die
Luftverschmutzung helfen sollen. PICADA http://www.picada-project.com ,
so der Name des Projektes, steht für Photo-catalytic Innovative Coverings
Applications for De-pollution Assessment (Bewertung der Reinigungswirkung
von Anwendungen innovativer fotokatalytischer Deckschichten). Das
Projekt, das bis 2005 läuft, wird 3,4 Mio. Euro kosten, die EU-Kommission
trägt 1,9 Mio. Euro.
Spezielle Baustoffe und Beschichtungen, die Titandioxid enthalten, können
organische und anorganische Luftschadstoffe "einfangen" und "verzehren",
nachdem sie ultravioletten bzw. Sonnenstrahlen ausgesetzt wurden. Die
Luft-Schadstoffe können dann vom Regen weggewaschen werden. Dadurch
sollen mithilfe der Baustoffe die Stickoxid-Konzentrationen, die zu Smog
und Atemproblemen führen, reduziert werden. "Schlaue Beschichtungen
können nicht nur bei der Bekämpfung der Luftverschmutzung, sondern auch
bei der Lösung des hartnäckigen Problems Smog zu einer Revolution
führen", erklärt EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. Das
PICADA-Projekt sei eng mit dem Auftrag des Programms, für
wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Wachstum zu sorgen verknüpft. Darüber
hinaus fördere es eine intensive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen
europäischen Unternehmen, so Busquin.
Verschiedene Arten solcher "schlauen" Baustoffe wurden unter
Versuchsbedingungen in Bezug auf Feuchtigkeit, Temperatur und
ultraviolette Strahlung im INDOORTRON der Gemeinsamen Forschungsstelle
(GFS) in Ispra (Italien) erfolgreich geprüft. Dabei wurde auch auf ein
wirklichkeitsnahes Umfeld großen Wert gelegt. Stickstoffgase und
organische Verbindungen breiten sich durch die poröse Oberfläche aus und
heften sich an die Titandioxid-Nanopartikel der Baustoffe und
Beschichtungen. Die Aufnahme von UV-Licht durch das eingeschlossene
Titandioxid führt zu seiner "Fotoaktivierung" und dem folgenden Abbau der
an die Partikel gehefteten Schadstoffe. Die dabei erzeugten säurehaltigen
Produkte werden vom Regen weggewaschen bzw. durch das in den Baustoffen
enthaltene alkalische Kalziumkarbonat neutralisiert, berichten die
Experten.
Die neuentwickelten Materialien müssen sich nun nach den Labortests noch
in Feldversuchen bewähren. Im Jahr 2002 wurden 7.000 Quadratmeter
Straßenoberfläche in Mailand mit ähnlichen fotokatalytischen Stoffen
beschichtet. Anschließende Messungen ergaben, dass sich die Konzentration
von Stickoxiden auf Straßenhöhe um 60 Prozent verringerte.
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