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Südbadische Bauwirtschaft: Kaum veränderte Geschäftslage im Winter 2003/2004
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Sonntag, 22. Februar 2004 |
Verband der Bauwirtschaft Südbaden fordert ausreichend öffentliche Bauinvestitionen und Schaffung einer zweckgebundenen Straßennutzungsgebühr
Die Geschäftslage in der südbadischen Bauwirtschaft hat sich im Winter 2003/2004 im Vergleich zum Vorquartal kaum verändert. Bezogen auf den Winter 2002/2003 sind die Konjunkturdaten etwas günstiger.
Wie eine Erhebung des Verbandes der Bauwirtschaft Südbaden unter seinen Mitgliedsbetrieben im Dezember 2003 ergab, bezeichnen 71 Prozent der Bauunternehmen ihre Geschäftslage als unbefriedigend, 25 Prozent als befriedigend und 4 Prozent als gut (Vorjahr: 83 Prozent, 14 Prozent beziehungsweise 3 Prozent; Vorquartal: 68 Prozent, 28 Prozent beziehungsweise 4 Prozent). Positiv entwickelt hat sich im Vergleich zum Jahresende 2002 der Wohnungsbau. Völlig unbefriedigend ist hingegen weiterhin die Situation im öffentlichen Hochbau und im Straßenbau. Im Mittelfeld rangieren der Tiefbau und der Wirtschaftsbau.
Nach wie vor herrscht am Baumarkt ein überwiegend ruinöser Wettbewerb: 62 Prozent der Betriebe bezeichnen die Konkurrenzsituation als ruinös, 36 Prozent als hart und nur 2 Prozent als normal. Zu kämpfen haben die Mitgliedsbetriebe darüber hinaus mit der säumigen Zahlungsweise vieler Auftraggeber sowie häufigen VOB-Verletzungen.
Die kurzfristigen Erwartungen für die nächsten Monate haben sich in der südbadischen Bauwirtschaft etwas aufgehellt: Derzeit rechnen 4 Prozent der Firmen mit einer guten, 49 Prozent mit einer befriedigenden und 47 Prozent mit einer schlechten Geschäftsentwicklung Die dennoch weiter schwierige Situation zwingt 39 Prozent der Betriebe zur Entlassung von Bauarbeitern. Allerdings meldet ein Drittel der Firmen einen Arbeitskräftemangel bei Facharbeitern. Dementsprechend ist auch die Nachfrage nach Auszubildenden weiterhin hoch: In Südbaden waren im Dezember 2003 in den Bauberufen über 80 Lehrstellen unbesetzt.
Um die erhoffte baukonjunkturelle Wende herbeizuführen fordert der Verband der Bauwirtschaft Südbaden eine bedarfsgerechte Ausweitung der öffentlichen Bauinvestitionen. Denn der Baubedarf ist im öffentlichen Hochbau genauso wie im Tiefbau und Verkehrswegebau enorm. Um die notwendigen Straßenbauinvestitionen zu sichern, setzt sich der Verband für eine allgemeine Autobahnbenutzungsgebühr für PKW und LKW ein, wobei die erzielten Einnahmen zweckgebunden nur zur Umsetzung von Straßenbauprojekten verwendet werden dürfen. Darüber hinaus müssen sowohl im Hochbau als auch im Straßenbau verstärkt so genannte »Public Private Partnership«-Modelle genutzt werden. Hierbei arbeitet die öffentliche Hand mit Privaten zusammen, um mit Hilfe des privaten Kapitals wichtige Infrastrukturprojekte früher und kostengünstiger bei gleichzeitiger Schonung öffentlicher Haushaltsmittel zu realisieren.
Zusätzlich fordert der Verband eine Aufstockung der Mittel für die Wohnungsbau- sowie die Städtebauförderung, die deutlich gekürzt wurden, obwohl ihnen eine wichtige Rolle zur Sicherung von ausreichendem Wohnraum in Ballungsgebieten beziehungsweise zur Stützung der Baukonjunktur zukommt.
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