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Branche erwartet leichtes Umsatzplus für 2004
Der deutsche Baustoff-Fachhandel geht derzeit etwas optimistischer ins Jahr 2004 als noch zur Jahresmitte 2003. Für das laufende Jahr rechnet der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V. (BDB), München, mit einem leichten Wachstum von zwei Prozent. Das ergab eine Blitzumfrage unter den 1.138 Mitgliedsfirmen, deren Ergebnis BDB-Präsident Max Schierer auf der Pressekonferenz des Verbandes zum Auftakt der bautec 2004 in Berlin präsentierte.
Nach einem Minus von 5,5 Prozent in 2001 und einem Rückgang von vier Prozent in 2002 erreichte der Umsatz im vergangenen Jahr das Vorjahresniveau. Insgesamt erwirtschafteten die BDB-Mitglieder mit allen Fachhandelssortimenten und Dienstleistungen 14,4 Milliarden Euro und mit Baustoffen 13,1 Milliarden Euro (- 0,2 Prozent). Zur Jahresmitte war noch ein Jahresverlust von 2,3 Prozent prognostiziert worden.
Im Osten liefen die Geschäfte etwas besser (+ 0,3 Prozent) als im Westen (- 0,3 Prozent). Am besten schnitt Berlin-Brandenburg mit einem Zuwachs von 6,7 Prozent ab. Der Anteil der gewerblichen Kunden am Umsatz ging um 1,3 Prozent zurück, während sich der Privatkundenanteil um 3,6
Prozent erhöhte. Die Zahl der Beschäftigten sank gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 41.351. Jeder zweite Befragte beurteilte zum Jahresanfang 2004 die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung seines Unternehmens als zufrieden stellend oder gut. Allerdings bezeichnete die andere Hälfte ihre zukünftige wirtschaftliche Lage als gerade mal ausreichend oder unbefriedigend. Knapp 70 Prozent der Mitgliedsfirmen rechnen für die kommenden sechs Monate mit konstanten oder steigenden Umsätzen. Nur noch 30 Prozent gehen von weiter sinkenden Umsätzen aus. Vor einem halben Jahr sah das noch ganz anders aus: Jeder zweite Baustoff-Fachhändler befürchtete damals einen weiteren Rückgang des Umsatzes, während rund ein Drittel der Mitglieder eine Stagnation prognostizierte. Lediglich 19 Prozent glaubten an einen leichten Anstieg.
Vorzieheffekte durch Diskussion um Eigenheimzulage
"Zu verdanken haben wir das alles Deutschlands bestem Neubau-Verkäufer - Bundesfinanzminister Hans Eichel. Die unsägliche und langwierige Diskussion um die Eigenheimförderung hat viele Bauherren dazu bewogen, ihren Traum vom eigenen Haus schneller als ursprünglich geplant zu realisieren", erklärte BDB-Präsident Schierer. So stieg die Zahl der Baugenehmigungen in 2003 um rund zehn Prozent auf etwa 300.000 Einheiten. "Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei nur um ein Strohfeuer, ausgelöst durch die Vorzieheffekte, handelt", warnte Max Schierer eindringlich. Bereits für das laufende Jahr rechnen die Bausparkassen mit einem Rückgang der genehmigten
Bauanträge auf 230.000. Spätestens in 2005, wenn der "Eichel-Effekt" endgültig verpufft ist, wird der Rückgang der Baugenehmigungen auf die Baufertigstellungszahlen voll durchschlagen. "Meines Erachtens wird dies aber schon im zweiten Halbjahr 2004 der Fall sein", so der BDB-Präsident.
Wohneigentum beste Altersvorsorge
Bei der Bundesregierung sieht der BDB derzeit keine Ansätze, die völlig verfehlte Baupolitik zu korrigieren. Im Gegenteil, die Neuregelung der Eigenheimzulage verstärkt noch den prognostizierten Abwärtstrend bei den Baugenehmigungen. "Eine Familie mit zwei Kindern beispielsweise, die ein Einfamilienhaus bauen möchte, erhält etwa 10.000 Euro weniger. Das ist eine Menge Geld", verdeutlichte Schierer auf der Pressekonferenz. Hinzu kommt, dass durch die Absenkung der Einkommensgrenzen und die Änderung der Berechnungsbasis der Einkünfte (nur noch positive Einkünfte) schätzungsweise 15 bis 20 Prozent weniger Bauwillige in den Genuss der Eigenheimzulage kommen. Dabei spielen die eigenen vier Wände gerade im Zuge der privaten Altersvorsorge eine immer wichtigere Rolle. Schon heute müssen Rentner rund 28 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben. Wer im eigenen Häuschen oder der Eigentumswohnung lebt, braucht dafür nur 12 Prozent aufzuwenden. "Jeder zusätzliche Wohneigentümer ist zugleich eine zusätzliche Entlastung für die Sozialkassen", betonte Schierer.
Ebenfalls problematisch: In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der deutschen Haushalte um 660.000 auf 38,7
Millionen gewachsen - Tendenz steigend. Sinkt die Zahl der Baugenehmigungen weiter, droht vor allem in Ballungsgebieten eine neue Wohnungsverknappung und damit ein kräftiger Anstieg der Mieten. Schon heute zahlen Familien mit Kindern deutlich höhere Mieten als Singles oder Paare ohne Kinder, da fast überall ein Mangel an bezahlbaren größeren Wohnungen herrscht.
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