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Maler und Lackierer: Tarifeinigung in allerletzter Minute |
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Sonntag, 15. Februar 2004 |
Rückkehr zur 40 Stunden Woche – Senkung Urlaubstage/Urlaubsgeld
In der allerletzten Runde der Schlichtungsverhandlungen fand eine der härtesten und schwierigsten Tarifauseinandersetzungen für das Maler- und Lackiererhandwerk sein Ende. Zuvor war in elf Verhandlungsrunden und Schlichtungsverhandlung, begleitet von weiteren Demonstrationen und Protestaktionen der IG Bau, kein Ergebnis gefunden worden.
Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation der gesamten Branche waren die Ziele arbeitgeberseitig seitens des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz vorab klar formuliert:
– Senkung der Kosten für die Betriebe, damit ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen geleistet werden kann
– Reform der Sozialkassen UK/ZVK, mit einem Systemwechsel bei der ZVK, der langfristig für den Arbeitgeber weitere Beitragserhöhungen verhindert und insgesamt zu einem gerechteren Altersvorsorgesystem führt.
Bereits im November 2003 hatten die Tarifvertragsparteien dazu insgesamt eine Übereinkunft getroffen, die im Rahmen der üblichen Erklärungsfrist von der IG Bau nachträglich widerrufen wurde. Damit hatte die IG-Bau auch verursacht das den Rentnern eine tarifvertragliche Zusatzversorgung ab 2004 nur zum Teil ausgezahlt wurden.
In der Schlichtung wurden im Einzelnen folgende »Eckpunkte« vereinbart, die nunmehr in Tarifverträge, umgesetzt werden:
– Der Beitrag zu den Sozialkassen UK/ZVK beträgt zukünftig 14,1 Prozent
Die Sozialaufwandserstattung für Arbeitgeber im Urlaubskassenverfahren entfällt.
– Es gilt eine neue Urlaubsregelung, mit einer durchschnittlichen Absenkung der Urlaubstage.
– Das zusätzliche Urlaubsgeld wird auf 25 Prozent gesenkt
– Die Reform der Zusatzversorgung mit einem Systemwechsel, hin zu einer individuellen kapitalgedeckten Zusatzrente, wird mit Wirkung zum 01.01.2005 umgesetzt. Bis dahin erhalten die heutigen Rentner die Ergänzungsbeihilfe im vollen Umfange ausgezahlt. Mit der Neuordnung haben auch die Rentner Leistungskürzungen bei der Rente hinzunehmen.
– Die wöchentliche Arbeitszeit wird um 1 Stunde auf 40 Stunden erhöht
– Der Umfang des Arbeitszeitkontos beträgt 150 Gutstunden und 30 Minusstunden. Die Beschränkung auf wöchentlich 6 zuschlagsfreie Stunden entfällt.
– Für die Ecklöhne und Gehälter gilt in diesem Jahr eine »Nullrunde«. Sie bleiben bis zum 31.12.2004 unverändert. Für das Jahr 2005 erfolgt eine Erhöhung um 1,7 Prozent.
– Der Mindestlohntarifvertrag wird bis zum 31.03.2006 verlängert
– Die Regelungen im Rahmentarifvertrag zur bezahlten Freistellung, Erschwerniszuschlägen und zur Nah- Fernentsendung werden geändert.
Alle Regelungen treten zum 01.03.2004 in Kraft.
Arbeitgeber Verhandlungsführer Dieter Dasenbrook erklärte dazu: »Mit dem jetzt gefundenen Tarifkompromiss konnte wir unsere gesetzten Ziele erreichen. Wir leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Unternehmen und der Arbeitsplätze in der Branche. Die Kostensenkung ist kein Anlass zur Fortsetzung des ruinösen Preiswettbewerbs. Tarifpolitisch geben wir den Betrieben Planungssicherheit und können ein neues, zukunftsweisendes System zur Zusatzversorgung schaffen.«
Quelle: Hauptverband Farbe Gestaltung Bautenschutz
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