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Lackindustrie in Deutschland hofft auf Konjunkturerholung 2004 |
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Mittwoch, 11. Februar 2004 |
Der Bau bleibt das Sorgenkind
Für das Jahr 2004 rechnet die Lackindustrie in Deutschland mit einer Belebung der Absätze. Wesentliche Impulse werden dabei wie auch in den letzten Jahren vom Ausland ausgehen. Allerdings wird nicht nur mit einem nochmals steigenden Export von Lacken und Farben – insbesondere nach Osteuropa – gerechnet. Erstmals deutet auch die positive Entwicklung der Auftragseingänge bei den Kunden der Lackindustrie auf eine Markterholung hin. Die Industrielackhersteller gehen davon aus, dass in den meisten Absatzbereichen die Talsohle durchschritten ist und in den kommenden Monaten auch im Inland die Umsätze wieder steigen werden. Weniger optimistisch sind die Hersteller von Bautenanstrichmitteln, die wegen der immer noch schwachen Baukonjunktur wenig Anlass zum Optimismus sehen.
Insgesamt gehen die Konjunkturexperten beim Verband der deutschen Lackindustrie in Frankfurt davon aus, dass der Inlandsverbrauch im laufenden Jahr um 1,1 Prozent steigen wird bei einem um 1,6 Prozent wachsenden Umsatz. Im letzten Jahr war die Menge um 1,8 Prozent zurückgegangen und der Umsatz stagnierte. Noch schlechter war die Situation im Jahr 2002 mit Umsatzrückgängen von über fünf Prozent.
2003 – Lackkonjunktur im Rückwärtsgang
Über das abgelaufene Jahr lässt sich aus Sicht der Lackindustrie sagen, dass sowohl die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als auch der Absatz von Lacken und Farben enttäuschend waren. Ohne die mittlerweile über 30 Prozent der Gesamtproduktion ausmachenden Exporte wäre die mangelnde Nachfrage im Inland voll auf die Produktion von Lacken und Farben durchgeschlagen. Die Exporte wuchsen im Jahr 2003 um 6,2 Prozent auf 670.000 Tonnen Lacke und Farben im Wert von 1,93 Milliarden Euro. Der im Außenhandel erwirtschaftete Umsatz lag damit um 8,1 Prozent über dem Ergebnis für das Jahr 2002.
Sorgenkind der deutschen Wirtschaft ist die Bauwirtschaft. Dies zeigt sich auch darin, dass die Beschäftigung im Maler- und Lackiererhandwerk im vergangenen Jahr um sieben Prozent zurückging. Auch die Anzahl der Betriebe reduzierte sich um zirka sieben Prozent. Der Umsatz dieses Handwerkszweiges sank um vier Prozent. Ohne den Jahrhundertsommer 2003 wäre der Absatz von Profiprodukten an das Maler- und Lackiererhandwerk wahrscheinlich deutlich schlechter ausgefallen. Ein Plus bei Fassadenfarben von drei Prozent deutet auf eine relativ gute Beschäftigung des Handwerks in den Sommermonaten hin. Beim Verkauf von Innenwandfarben können Zuwächse nur noch im Do-it-yourself-Bereich erzielt werden. Hier wuchsen die Absatzmengen im vergangenen Jahr um zirka zwei bis drei Prozent. Allmählich ist der Renovierungsbedarf in vielen Haushalten nicht mehr aufzuschieben. Für das laufende Jahr hoffen alle Baufarbenhersteller darauf, dass die im letzten Jahr erhöhte Anzahl von Baugenehmigungen auch zu entsprechenden Aufträgen für die Bauindustrie und das nachgeschaltete Handwerk führen wird.
Deprimierend ist die Situation bei den Herstellern von Holz- und Möbellacken. Seit Jahren sinken die Absatzmengen Jahr für Jahr um fünf Prozent. Einziger Lichtblick ist hier das Exportgeschäft vor allem mit den osteuropäischen Beitrittsländern. Die deutliche Kaufzurückhaltung der inländischen Endkonsumenten und der extreme Preiskampf bei Möbeln haben dazu geführt, dass der Einsatz von umweltschonenden modernen Lacksystemen, wie UV-Lacke oder Wasserlacke, zugunsten billiger konventioneller, lösemittelhaltiger Systeme vernachlässigt wurde.
Im laufenden Jahr sind die Augen hoffnungsfroh auf die Autoindustrie gerichtet. In den letzten sechs Jahren hat sie maßgeblich zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft beigetragen, auch wenn im vergangenen Jahr die Automobilproduktion leicht zurückgegangen ist. Für das laufende Jahr wird davon ausgegangen, dass die Autoindustrie und ihre Zuliefererbranchen zu einem Zuwachs des Lackgeschäftes von zirka zwei Prozent beitragen werden. Im Bereich der allgemeinen Industrie sind die Aussichten für 2004 überwiegend positiv, da mit Nachholeffekten im Maschinenbau und in der Elektroindustrie zu rechnen ist. Außerdem dürfte die Auslandsnachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen durch die allgemeine Erholung der Weltkonjunktur stärker anziehen und die industrielle Fertigung in Deutschland positiv stimulieren. Deshalb rechnen die Hersteller mit einem Zuwachs von 2,5 – drei Prozent, was den Absatz von Industrielacken angeht.
Quelle: Verband der deutschen Lackindustrie e.V.
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