Funk-Management in der Renovierung
Besonders wenn es darum geht, eine veraltete Elektroinstallation auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, bieten sich Funkmanagement-Systeme an - mit überzeugenden Vorteilen. Sie ermöglichen es, zusätzliche Komfort- und Sicherheitsfunktionen mit der vorhandenen Elektroinstallation zu verwirklichen. Alle Komponenten stehen über Funk in Verbindung. Unabhängig vom 230 Volt-Netz können so spezielle Funktionen wie z.B. das zentrale Schalten und Dimmen von Leuchten oder die Steuerung von Jalousien mit der bestehenden Elektroinstallation verwirklicht werden. G&H hat den Lünener Elektrofachbetrieb Wienholt und Horstmann bei einem seiner Funk-Projekte begleitet.
In Lünen wurde ein 1962 gebauter Bürokomplex im letzten Jahr vollständig entkernt und von Grund auf saniert. Entstanden ist eine helle, transparente Bürolandschaft mit viel Glas. Der Lünener Elektrofachbetrieb Wienholt und Horstmann griff, um den ästhetischen Gesamteindruck beizubehalten, auf das Funkmanagement-System der Firma Jung zurück. So konnten beispielsweise die Schalter ohne störende Leitungen auf die Glasfronten aufgebracht werden. Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen war von der ursprünglichen Bausubstanz lediglich noch die Außenhülle geblieben. In kurzer Bauzeit entstand aus dem veralteten Gebäude ein hochmoderner Verwaltungskomplex, in dem Glaselemente und Aluminiumprofile eine moderne Innenarchitektur widerspiegeln. Kombiniert wurde dies mit einer gelochten Rigipsdecke. Aufgrund der speziellen Deckenkonstruktion ergab sich die Notwendigkeit einer exakten Planung, denn spätere Änderungen wie das Ziehen von Leitungen, sind ohne Zerstörung der Decken nicht mehr möglich. Störungen ausgeschlossen! Nicht zuletzt deshalb wäre das Projekt mit klassischer Installationstechnik nicht zu realisieren gewesen. Wo hätte man Schalter und Leitungen auf edlen Glaswänden plazieren sollen? Deshalb entschloß sich der Auftraggeber unter diesen Rahmenbedingungen für kabellos zu verlegende Produkte der Firma Jung. Zum Einsatz kamen Funktaster und Funkpräsenzmelder. Die Beleuchtung ist über Präsenzerkennung geregelt, das Schalten erfolgt über die auf die Glasflächen aufgebrachten Wandsender. Da die Mitarbeiter das Schalten des Lichts schlichtweg vergessen können, lassen sich etwa 20 Prozent Energie bei der Bürobeleuchtung einsparen. Hinzu kommen die Einsparungen während der Installation .Das Funksystem erfordert selbstredend erheblich weniger Leitungsmaterial und damit auch Montagezeit als eine konventionelle Installationslösung. Via Funk wird in der Bürolandschaft auch das Jalousienmanagement geregelt - kombiniert mit Wind- und Sonnensensor. Die Aktorik wurde eine Etage unterhalb der Büroebene in Brüstungskanälen verlegt; ein Beleg dafür, daß Funktechnik in Gebäuden auch durch Decken hindurch sicher arbeitet. So ist es jederzeit möglich, im Revisionsfall an die Zuleitung heranzukommen. Darüber hinaus gäbe es noch die Möglichkeit, Verknüpfungen herzustellen, die nicht nur gewährleisten, daß beim Betreten des Raumes das Licht ein- und beim Verlassen wieder ausgeschaltet wird, sondern darüber hinaus auch bei Abwesenheit die Heizung in einen Sparmodus gefahren wird. Der Phantasie setzen beim Einsatz der Funktechnik nur die Wünsche des Auftraggebers Grenzen. Wer sich die Bürolandschaft anschaut, wird begeistert sein, wie ästhetisch die Taster integriert werden konnten. Dem Techniker stellt sich allerdings die Frage, ob es angesichts der offenen Glasarchitektur nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen könnte. Betritt nämlich jemand ein Büro, hat er zwangsläufig Sichtkontakt zum Nachbarraum und könnte - einmal vom dortigen Wächter erfaßt - dort das Licht schalten. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Das System läßt sich nämlich so sensibel einstellen, daß jeder Wächter aufgrund seiner Erfassungscharakteristik und Sensibilität nur in „seinem“ Büro arbeitet. Die Funktechnik ist so sicher, daß selbst für den nur noch statistisch relevanten Fall von in allen Büros gleichzeitig gesendeten Funksignalen keinerlei Fehlschaltungen oder Störungen zu verzeichnen wären. Der Komfort der Anlage kann mit der Funkfernbedienung, die allerdings nicht von jedem Mitarbeiter benötigt wird, noch erhöht werden. Mit íhr kann man nicht nur schalten, sondern auch den Präsenzmelder ansteuern, es können Komfortwerte (beispielsweise Luxwerte für die Beleuchtung) verändert werden und vieles mehr. So ist beispielsweise der Facilitymanager in der Lage, in jedem Büro Veränderungen vornehmen, ohne auf eine Leiter steigen zu müssen (die Präsenzmelder befinden sich nämlich oft genug unter der Decke über den Schreibtischen). Nicht unerwähnt bleiben sollte die Flexibilität des Funkmanagements bei räumlichen Veränderungen oder Modifikationen in der Nutzung. Werden Räume vergrößert, sind manchmal auch mehr Taster erforderlich. Dann müßte der Gebäudebetreiber aufwendig nachinstallieren lassen. Bei Funk reicht es, einen weiteren Taster auf die Glasflache zu kleben - fertig. Und abschließend noch ein Wort zum Thema Gesundheit: Es besteht beim Funk-Management kein Risiko durch Elektrosmog, denn Strahlenbelastungen treten so gut wie überhaupt nicht auf. Fazit: Modernes Funkmanagement erlaubt Installationslösungen, die mit klassischer Technik nur teilweise oder überhaupt nicht zu erreichen wären. Vor allem in modernen Stahl-/Glasbauten oder im gesamten Renovierungsbereich stellt diese Technik eine effiziente, wartungs- und installationsfreundliche Komfortlösung mit vielfältigen Funktionen dar. Im vorgestellten Projekt ist nicht nur der Bauherr zufrieden mit der Technik, sondern auch die Büroangestellten, die in ihren Büros eine ästhetische Elektroinstallation vorfinden, in die sie trotz des Automationsgrades jederzeit auch manuell eingreifen können, ein Wunsch, den nach Umfragen die meisten Büroangestellten hegen. |