Hausautomation über das 230 Volt Wechselstromnetz
Ein neues wirtschaftliches Hausautomationssystem stellte das Unternehmen Rademacher unter dem Namen Homeline jüngst vor. Alarmtechnik, Rolladensteuerung, Lichttechnik und Heizungssteuerung , alles in einem, ohne Verkabelung, leicht nachrüstbar. Das System arbeitet mit handelsüblichen Schaltern, Tastern und Sensoren.
Jeder Schalter oder Sensor im Haus kann dabei mit jeder beliebigen Funktion „beauftragt“ werden. Zeit- und Temperatursteuerungen, Anwesenheitssimulationen, Überwachungsfunktionen, Rolladen-, Heizungssteuerung, Panikschaltungen, alles ist mit geringem Aufwand machbar. Alle an das System angeschlossenen Objekte können auch über das Handy oder Telefon gesteuert werden. Zusätzlich erforderlich ist nur ein handelsübliches Modem. Eine zentrale Steuereinheit wird mit dem PC programmiert. Signalstationen werden in Schalterdosen eingesetzt und mit dem Stromnetz verbunden. Die Signalstationen haben Sensoreingänge und Aktorausgänge. An die Sensoren werden Schalter, Taster oder Meßfühler angeschlossen. Jede Veränderung wird über das Wechselstromnetz an die Steuereinheit gemeldet. Diese erkennt, von welchem Sensor die Information geschickt wurde und schaltet über die Relais der Aktoren die angeschlossenen Beleuchtungen oder Geräte ein. Da die Kommunikation über das 230 Volt Netz erfolgt, sind zusätzliche Busleitungen nicht erforderlich. Aktionen werden erst ausgeführt, wenn die Zentrale von der Signalstation eine Empfangsbestätigung bekommen hat. Erhält sie diese nicht, so wird die Meldung automatisch mehrmals wiederholt. Durch diese Technik ist eine maximale Übertragungssicherheit sichergestellt. Da die verschickten Meldungen sehr kurz sind, werden die Signale in der Regel sofort übertragen. Was passiert, wenn die Zentrale ausgeschaltet wird oder ausfällt? Bei der Programmierung erhalten die Signalstationen Gruppenadressen. Fällt die Zentrale aus, kommunizieren die Signalstationen bei einfachen Schaltfunktionen direkt miteinander, wie in herkömmlichen dezentralen Bussystemen üblich. Die meisten Fachleute sind sich einige, daß Hausautomation auch im privaten Bereich ein Thema ist, das in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Wichtig ist dabei, daß die Wirtschaftlichkeit stimmt; nicht nur bei den Materialkomponenten, sondern auch bei den Montage- und Programmierungsarbeiten. Mit Homeline kommt nun ein System auf dem Markt, das sich laut Hersteller innerhalb eines Tages installieren und programmieren läßt. Die Programmierung Die eigentliche Programmierung geschieht mit Hilfe eines handelsüblichen PCs. Mit einem Zeichenprogramm wird der Grundriß des zu programmierenden Hauses gezeichnet, vordefinierte (oder auch selbst erstellte) Bitmaps werden mit der Maus in diesem Plan positioniert und dann mit Befehlen in deutscher Sprache oder menüunterstützt programmiert. Tauchen Fragen auf, so helfen eine umfangreiche Bedienungsanleitung oder die im Programm hinterlegten Hilfetexte. So ist nicht die Programmierung das eigentliche Problem, sondern die Frage: Was will ich eigentlich programmieren? Die Möglichkeiten der Programmierung sind vielfältig; durch das zentrale Konzept lassen sich auch komplexe Anwendungen realisieren, zusätzliche Verknüpfungs- oder Logikbausteine sind nicht erforderlich. So können bei Zeitfunktionen Uhrzeit, Wochentag, Datum und die letzte Umschaltzeit jedes Objekts berücksichtigt werden. Es gibt „Wenn-dann- Bedingungen“, Funktionen zum Rechnen mit Zahlen und Zeiten und weitere Optionen. Homeline kann unabhängig von der Installation am PC programmiert werden. So ist es möglich, Systeme fertig programmiert bereitzustellen. Der Anwender erstellt mittels einer Programmiercheckliste ein Anforderungsprofil , skizziert die Gebäudegrundrisse und erhält ein individuelles Programm per Email oder Datenträger übermittelt. Die Konfigurierung kann dann problemlos vor Ort durchgeführt werden. Die Technik An der Steuereinheit können bis zu 250 Signalstationen angemeldet werden. Mit etwa 30 Signalstationen ist im Regelfall die vollständige Steuerung eines Einfamilienhauses möglich. Die Signalstationen erhalten über das PC-Programm eindeutige Adressen. Sobald eine Signalstation eine Adresse hat, kann sie mit der Steuereinheit Meldungen austauschen. Jede Meldung zwischen Steuereinheit und Signalstationen wird mit einer Empfangsbestätigung quittiert; erhält der Sender keine Empfangsbestätigung, wird die Meldung wiederholt. Fazit: Die Intelligenz des Systems gestattet vielfältige und komplexe Funktionen, die teilweise mit konventionellen Systemen nicht zu realisieren sind. Anspruchsvolle Anwendungen sind ohne großen Aufwand möglich. Installation, Konfiguration und die Programmierung lassen sich ohne nennenswerten Zeitaufwand bewerkstelligen. |