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Hauptaktivitäten im Bereich der digitalen Signalverarbeitung PDF Drucken E-Mail
Freitag, 4. Juli 2003
Gespräch mit Blankom-Entwicklungschef Jörg Schubert

Blankom hat seine Produktlinien neu strukturiert und bietet jetzt die Systeme A-Line, B-Line und C-Line an. Wir sprachen mit Entwicklungschef Jörg Schubert über die Gründe und künftige Entwicklungen. G&H: Sie haben vor ein paar Monaten auf der Basis der bisherigen Kopfstationsprogramme das Konzept A-Line, B-Line und C-Line eingeführt. Was war der Grund?
Jörg Schubert: Die herkömmliche Kopfstationstechnik ist im Hinblick auf ihre standesgemäßen Gebrauchswerte nicht wesentlich weiter entwicklungsfähig. Die heutige und noch mehr die künftige Kopfstation sollte weit mehr Funktionen als die reine Aufbereitung von TV- und Radioprogrammen erfüllen. Sie wird eingebunden in Informations- und Netzwerksysteme, die dem Nutzer über die Antennensteckdose zusätzliche und interessante Mehrwerte bringt.

Dies stellt ganz andere Anforderungen auch an die Bedienbarkeit der Baugruppen, wie zum Beispiel die Möglichkeit des Software-Updates - anders ausgedrückt: Moderne Kopfstationen, wie die unsrigen, enthalten eine Menge bisher nicht üblicher und erforderlicher Dienstleistung, die zukünftig vor allem im Zusammenwirken mit anderen Systemen von entscheidender Bedeutung sind. Das beinhaltet auch den Zugriff auf die Kopfstelle über Ethernet, Laptop oder Modem.

Ein Ziel ist es dabei für uns, künftige Konzepte, aufbauend auf den gegenwärtigen Stand der Technik, besonders im Bereich der digitalen Signalverarbeitung anzusiedeln. Analog wird zwar weiter gepflegt, aber nicht weiter entwickelt.

G&H: In Ihrer B- und C-Line findet man Ihre bisherigen Systeme Profi 800 und miniSAT. Sie waren sehr erfolgreich. Wie werden sie weiter geführt?
Jörg Schubert: Besonders im digitalen Bereich macht es wenig Sinn, unterschiedliche Entwicklungen für die beiden Systeme zu betreiben. Die Folge: Profi 800 und miniSAT wachsen zusammen. Die Entwicklung dieser Produkte verlangt dabei hochwertige Schaltungskonzepte und Softwarelösungen, die uns im Moment sehr stark beschäftigen.

G&H: Wie geht es mit der A-Line weiter?
Jörg Schubert: Ursprünglich sah das Konzept der A-Line so aus, daß Kunden bestimmte Features erwarten konnten, die über die Gebrauchswerte der bisherigen Profi-800-Linie hinausgehen.

Durch die Gründung der Firma Blankom Digital GmbH erfolgt zur Zeit ein Überdenken des Kopfstellengeschäftes in diesem Punkt. Die Firma führt derzeit gemäß einer Vereinbarung mit der Motorola Broadband GmbH das unter Motorola vorbereitete MHS-System ein und übernimmt zugleich die Garantieleistungen für die bisherigen Kunden. Dieses professionelle Kopfstationssystem soll die künftige Grundlage für weitere Entwicklungen sein. Wir müssen daher das bisherige A-Line-Konzept neu ordnen. Ich schließe auch in diesem Zusammenhang Auswirkungen auf nachfolgende Baugruppenentwicklungen der B-Line und C-Line nicht ganz aus.

G&H: An welchen konkreten Komponentenentwicklungen arbeiten Sie derzeit?
Jörg Schubert: Wie bereits schon erwähnt, unsere Hauptaktivitäten laufen im Bereich der digitalen Signalverarbeitung. Demzufolge entwickeln wir derzeit spezielle Produkte, die es dem Netzbetreiber ermöglichen, in die Transportströme einzugreifen und sich selbst als Programmgestalter zu betätigen. Aus unseren Gesprächen mit Kabelnetzbetreibern wissen wir, daß für solche und darüber hinausgehende Entwicklungen großes Interesse besteht.

Unsere Entwicklungsabteilung arbeitet dazu sehr eng mit der Technischen Universität in Ilmenau zusammen. Auch dort laufen gemeinsame Projekte, die genau in diese Richtung gehen. Abgeschlossene Kooperationsverträge sichern langfristig das Know-how dieser Zusammenarbeit.

G&H: Stichwort DVB-T...
Jörg Schuber: ...wir arbeiten selbstverständlich auch an DVB-T- Projekten, aber gegenwärtig eher etwas verhalten, nicht zuletzt, weil man auch erst einmal sehen muß, für welche Produkte ein Bedarf besteht, wie sich dieser Markt entwickelt und welche Rolle schließlich der Endkunde spielt. Neue Technologien, auch wenn DVB-T nicht mehr ganz neu ist, muß man in Deutschland mit viel Fingerspitzengefühl und Sachverstand anfassen.

G&H: Herr Schubert, vielen Dank für das Gespräch.