G&H im Gespräch mit Ritto Geschäftsführer Hartmut Hame
Seit September letzten Jahres leitet Hartmut Hame als Geschäftsführer die Geschicke im Hause Ritto, das zur Zeit rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Grund genug, einmal nachzufragen, wie sich das Unternehmen unter seiner Führung in Zukunft präsentieren wird.
G&H: Herr Hame, könnten Sie uns kurz die aktuelle Marktentwicklung im Bereich der Haus- und Gebäudekommunikation umreißen?Hartmut Hame: Aufgrund der weiterhin rückläufigen Baukonjunktur ist der Markt zweifellos schwierig. Und auch für das laufende Jahr ist mit einer Erholung der Bauwirtschaft nicht zu rechnen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Markt für Haus- und Gebäudekommunikation. G&H: Gibt es hier Unterschiede in der Entwicklung zwischen privatem Wohnungsbau und Objektgeschäft? Hartmut Hame: Am stärksten rückläufig ist zweifellos der private Wohnungsbau. Aber auch das Objektgeschäft gibt der Gesamtbranche keinerlei Anlaß zu Freudensprüngen. G&H: Resultiert aus der allgemein schlechten Wirtschaftlage ein Trend weg von hochwertiger Technik und wieder hin zur Billiglösung? Hartmut Hame: Zweifellos gerät der Preis angesichts der Gesamtlage in die Diskussion. Es ist aber nach wie vor so, daß im gehobenen Wohnungsbau ein klarer Trend zur komfortablen Kommunikationstechnik zu erkennen ist. Hier wird auch in zukunftsweisende Videotechnik investiert. Im traditionellen Einfamilienhaus resultieren die Investitionen in hochwertige Technik vor allem aus einem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis. G&H: Wie sieht es speziell für Ritto im Auslandsgeschäft aus? Hartmut Hame: Im Ausland präsentiert sich unser Geschäft zur Zeit deutlicher positiver als auf dem Inlandsmarkt, was angesichts der deutschen Marktdaten auch nachvollziehbar ist. Dennoch sehen wir aufgrund unserer neuen Produkte für das laufende Jahr gute Chancen, unsere Position auf dem deutschen Markt zu verbessern und Marktanteile zu gewinnen. G&H: Ein neuer Geschäftsführer im Hause Ritto bringt sicherlich auch einige Veränderungen in der Gesamtausrichtung des Unternehmens. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte? Hartmut Hame: So dramatisch, wie man vielleicht ahnen könnte, werden die Veränderungen nicht sein. Wir haben bereits im letzten Jahr damit begonnen, das Unternehmen neu auszurichten. Unter anderem haben wir uns im Vertrieb neu aufgestellt, und wir konnten eine Reihe neuer Mitarbeiter gewinnen - sowohl auf dem vertrieblichen Sektor als auch in der Entwicklung. Ein Aufgabenschwerpunkt wird in der Optimierung unseres Unternehmensauftritts und im Marketing liegen, denn wir besitzen vom Image her noch nicht den Stellenwert, der uns aufgrund unserer Produkte und des technischen Know-hows zustehen würde. Dies zu ändern, daran arbeiten wir intensiv. Wir wollen dem dreistufigen Vertrieb noch mehr Service und Qualität bieten als bisher schon und unseren Marktpartnern mit hochwertigen Produkten und innovativer Technik Marktchancen eröffnen. Einer unserer Unternehmensgrundsätze lautet: Wir wollen Trendsetter sein in Design und Technik. G&H: Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Marktpartnern? Hartmut Hame: Die Unterstützungsmaßnahmen sind vielfältig. Zum einen gibt es unsere Star-Partner, mit denen wir intensiv im Gespräch sind, die wir und die uns beraten. So werden die Star-Partner in die Entwicklung neuer Produkte mit einbezogen. Davon profitieren beide Seiten. Außerdem bieten wir ein umfassendes Schulungsprogramm, das nicht nur die Technik, sondern auch Gebiete wie Unternehmensführung, Existenzsicherung und Marketing umfaßt. Zum anderen bietet Ritto spezielle Planungs- und Verkaufshilfen und Workshops für den Großhandel an. Das Thema Hausmessen im Großhandel wird auch weiter aktiv unterstützt. G&H: Ritto war in der Vergangenheit immer wieder durch seine Offenheit für kooperatives Marketing aufgefallen. Gibt es hier zur Zeit aktuelle Strategien oder Pläne? Hartmut Hame: Prinzipiell bin ich dem kooperativen Marketing gegenüber positiv eingestellt. Wir haben aber beispielsweise die Aktivitäten bei IME eingestellt, weil sie uns nicht das eingebracht haben, was wir uns vorgestellt haben. Andererseits kooperieren wir mit dem Hause Berker, was unsere Schaltersprechstelle betrifft. Darüber hinaus halten wir ständig Ausschau nach sinnvollen Kooperationen, die allen Beteiligten Gewinn bringen. G&H: Welche neuen Produkte dürfen wir in diesem Jahr von Ritto erwarten? Harmut Hame: Wir werden in diesem Jahr mit der Auslieferung der Video-Hausstationen (inkl. Komfort-Varianten für internes Sprechen) beginnen. Dazu liefern wir unsere PC-Schnittstelle und entsprechende Video-Kameras. Damit ist die Überwachung von kleineren Objekten, beispielsweise des Empfangsbereichs, sehr gut möglich. Außerdem gibt es für alle neuen Wohntelefone und Video-Hausstationen die Möglichkeit der UP-Montage. Für die komfortable Eingangsüberwachung bietet Ritto nun auch eine elektrisch verstellbare Modulkamera an. Bei den seit November letzten Jahres zur Verfügung stehenden Haustelefonen gibt es nun weitere Farbvarianten und auch eine EIB-Ausführung. G&H: Einige Unternehmen in der Elektroindustrie sind dazu übergegangen, ihr Produktspektrum zu erweitern und damit teilweise neue Märkte zu betreten. Gibt es ähnliche Überlegungen auch bei Ihnen? Hartmut Hame: Wir sind natürlich ständig auf der Suche nach Produktergänzungen. Nur müssen diese klar zu unserer Produktpalette passen und auch dieselbe Zielgruppe ansprechen. Hier gibt es verschiedene Planungen und Gespräche, über die ich aber an dieser Stelle nicht sprechen möchte. Dies alles muß aber vor einem langfristigen Entwicklungshorizont gesehen werden und uns natürlich entscheidende strategische Vorteile bringen. G&H: Nennen Sie uns doch einmal die aus Ihrer Sicht markantesten Unterschiede zwischen Ritto und seinen Wettbewerbern? Hartmut Hame: Uns zeichnet sicherlich besonders unsere Kundennähe aus. Wir sitzen nicht auf einem hohen Roß und glauben auch nicht, aus einer Marktführerschaft heraus den Markt nach unseren Wünschen gestalten zu können. Statt dessen analysieren wir die Forderungen und Wünsche unserer Kunden, reagieren schnell und bieten mit unserem qualifizierten Außendienst und Service eine umfassende Dienstleistung sowie eine kompetente Betreuung, wenn einmal Probleme auftreten sollten. G&H: Herr Hame, wir danken Ihnen für das Gespräch. Neue Produkte „Neu“ im Hause Ritto ist nicht nur der Geschäftsführer, neu ist auch eine ganze Reihe von Produkten, die wir im folgenden vorstellen. Aktuell wurde die neue Design-Linie für Indoorgeräte mit dem begehrten „Red Dot Design Award 2003“ prämiert. Die international besetzte Jury vergab die hohe Auszeichnung für anspruchsvolle Designqualität gleich an drei Twin-Bus-Produkte: Wohntelefon 7630, Wohntelefon Komfort 7650 und Video-Hausstation 7816. Dabei wird schon bald die Videoüberwachung nicht nur im gehobenen Wohnungsbereich zur Standardausrüstung in der Hauskommunikation gehören. Bei Ritto rechnet man damit, daß das wachsende Sicherheitsbedürfnis, aber auch der Wunsch nach mehr Komfort, wie es derzeit im modernen Zweckbau zu beobachten ist, mehr und mehr den privaten Sektor beeinflussen wird. Als Gebäudekommunikations-Spezialist mit moderner Bustechnologie möchte das Unternehmen diese Marktentwicklung mit der Einführung von neuen Video-Hausstationen und Kameramodulen beim Elektro-Handwerk und Elektrofach-Großhandel unterstützen. Zur Rundumüberwachung der Eingangsbereiche stehen zwei neu entwickelte Twin-Bus S/W-Kameramodule für die Türstation Portier zur Auswahl: das eine ist über Tasten mechanisch, das andere über Tasten elektrisch einstellbar. Hier sorgt ein integrierter Miniaturmotor für umlaufende Verstellbewegungen des Aufnahmeelements. Das bewegliche „Auge“ erfaßt einen überschaubaren Bereich von bis zu 126° horizontal und 106° vertikal. Das lichtempfindliche Objektiv mit einer Brennweite von 3,7 mm und einem Öffnungswinkel von 82° (diagonal) erkennt auch bei einbrechender Dunkelheit jede Bewegung vor der Haustür. Beide Kameramodule schalten sich zudem automatisch ein, sobald man an der Türstation klingelt. Video-Hausstationen: flach an der Wand Die gestochen scharfen Bilder dazu liefern die neuen Video-Hausstationen in elegantem Design; wahlweise gibt es sie in den Trendfarben Silber, Schwarz und Weiß. Neben der Montage als Aufputz-Variante stehen eine praktische Tischkonsole sowie ein formschöner, nur 8 mm flacher Rahmen für Unterputz zur Verfügung. Das Basismodell der Video-Hausstation ist entweder als S/W-Version mit einem 4 Zoll Superflachbildschirm oder in Color mit einem 3,4 Zoll LCD-Farbdisplay erhältlich. Serienmäßig sind die einstellbare Ruflautstärke, der Rufabschalter, die Mithörsperre sowie eine Rufunterscheidung zum Erkennen, ob an der Haus- oder an der Wohnungstür geläutet wird. Fünf verschiedene Rufmelodien stehen zur Wahl. Eine blinkende LED-Anzeige macht optisch den Türruf deutlich. Zudem wird auch bei Dunkelheit durch das neue Nachtdesign der Türöffnertaste und über die klaren Symbole die Bedienung sicher. Über nur eine Steuertaste läßt sich die Kamera fernsteuern und umschalten. Dabei kann das Bild jederzeit manuell eingeschaltet werden; Helligkeit und Kontrast werden einfach über Tastendruck eingestellt. Mit einem nachrüstbaren Bildspeicher können bis zu 32 Einzelbilder mit Anzeige von Datum und Uhrzeit aufgezeichnet werden. Schalten und Steuern mit Komfort Zusätzliche Funktionen bietet die Video-Hausstation Komfort in S/W oder Color: Hierbei können bis zu acht Teilnehmer hausintern kommunizieren sowie acht Twin-Bus-Schaltbefehle ausgeführt werden. Dabei läßt sich das Teilnehmerverzeichnis mit großem Schriftbild übersichtlich gestalten. Zudem sind hier insgesamt acht melodische Ruftöne inklusive einem 3-Klang-Gong individuell einstellbar. Hohen Bedienkomfort verspricht auch die Steuerung und Bildübertragung von bis zu sechs Kameras über einen PC-Monitor. Über den Anschluß an eine PC-Schnittstelle können dann vom PC aus neben 10 Schaltbefehlen auch Funktionen wie Standbild, Bildspeicher oder Türöffner komfortabel geregelt werden. Zum Schalten von speziellen EIB-Funktionen stehen die EIB Video-Hausstationen als S/W- und Color- sowie als Komfortausstattung (für die hausinterne Kommunikation) zur Verfügung. Durch den Anschluß an die EIB-Leitungen werden die modernen Indoorgeräte zu „intelligenten Steuereinheiten“: Über einfachen Tastendruck mit optischer Ein-/Aus-Anzeige lassen sich so bis zu acht EIB-Servicefunktionen steuern, zum Beispiel das Garagentor öffnen, die Jalousien schließen, die Heizung oder Beleuchtung einschalten oder aber die Alarmanlage aktivieren. Dies kann auch vom Eingangsbereich aus über das Codier- oder Tastenmodul der Portier Türstation realisiert werden; damit können die EIB-Funktionen ins Haus weitergeleitet werden. Fazit: Die Video-Hausstationen sind über die „1-Mann-Inbetriebnahme“ vom Elektrohandwerker einfach und sicher installierbar. Das praktische Netzgerät verhindert bei aktiviertem Programmierschutz im Nachhinein unbeabsichtigte Eingriffe in die Anlagenkonfiguration. Bei der Entwicklung wurde vor allem auf Bedien- und Montagefreundlichkeit Wert gelegt, so daß der Elektrohandwerker die Installation schnell, sicher und wirtschaftlich erledigen kann. |