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Investition in Umwelt und Zukunft PDF Drucken E-Mail
Freitag, 4. Juli 2003
Wahlausgang und Ölpreisanstieg steigern die Nachfrage nach Solaranlagen

Nach Angaben des Bundesverbandes Solarenergie e.V. und dem Deutschen Fachverband Solarenergie begrüßt die Solarbranche den Ausgang der Bundestagswahl und sieht darin eine Bestätigung für die erfolgreiche Solarpolitik der vergangenen Legislaturperiode. Die Zahl der Solaranlagen hat sich innerhalb von vier Jahren verdreifacht und mehrere neue Solarfabriken wurden in Betrieb genommen. Für Solarstromanlagen gibt es nach wie vor sehr günstige Kredite im 100.000 Dächer-Programm und eine Vergütung von 48,1 Cent für jede Kilowattstunde Solarstrom, die ins Stromnetz eingespeist wird. „Viele Interessenten waren vor der Wahl verunsichert, ob die Förderpolitik nach der Wahl fortgesetzt wird und haben deshalb ihren Kauf nochmals zurückgestellt. Jetzt gibt es Klarheit für ein weiteres Wachstum in der Solarenergie“, so Olaf Fleck, Vorsitzender des Deutschen Fachverbandes Solarenergie, DFS. Angesichts des steigenden Ölpreises erwartet er, daß die Hausbesitzer wieder vermehrt Solaranlagen installieren lassen. „Fördermittel sind ausreichend vorhanden und Industrie und Handel sind ohne Wartezeiten lieferfähig“ versichert Olaf Fleck, „der Zeitpunkt für die Investition in die umweltfreundliche und zukunftssichere Solartechnik ist äußerst günstig“.

Mit welchen Neuheiten die Industrie sich auf dieses positive Szenario vorbereitet, zeigt der folgende Überblick. So hatten die Dachziegelwerke Pfleiderer gleich zweimal Grund zur Freude. Die Produkte Glattziegel Terra Piatta und das Photovoltaiksystem Terra Piatta wurden mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2002 ausgezeichnet. Er wird vom Rat für Formgebung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ausgelobt. Aus den insgesamt 321 nominierten Produkten wählte die Jury 19 Preisträger; darunter erstmals in der 33jährigen Geschichte des Bundesdesignpreises einen Ziegel und ein Solarsystem.

„Terra Piatta und das Photovoltaiksystem Terra Piatta-Solar begeisterten die Jury wegen der bestechenden Idee, die beiden Systeme Dachziegel und Solaranlage aufeinander abzustimmen, was in dieser Form bisher noch nicht geschehen ist,“ begründete Juror Herbert H. Schultes die Entscheidung der zehnköpfigen Jury.

Messe-Neuheiten
Im Rahmen der Messepräsentation auf der Bau 2003 in München hat Lafarge Dachsysteme das Solarstrom-Systems PV 1600 vorgestellt. Dieses System ist speziell für die nachträgliche Aufdachmontage konzipiert. Das Augsburger Unternehmen meteocontrol GmbH bietet mit der Produktbezeichnung safer´Sun privat ein neuartiges Überwachungsprodukt für die private Solarstromanlage an. safer´Sun privat nutzt modernste IT- und Meßtechnik und verbindet diese mit der meteorologischen Kompetenz des Jörg Kachelmann-Unternehmens Meteomedia. Meteomedia liefert für safer´Sun privat exklusiv die Wetterdaten, mit deren Hilfe die Leistung der Solarstromanlagen präzise überprüft werden kann. „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert Einspeisevergütungen für Solarstromanlagen über eine Laufzeit von 20 Jahren. Mit safer´Sun privat werden die Solarstromerträge und damit die Grundlage für die Refinanzierung gesichert“, so Gerd Heilscher, Geschäftsführer der meteocontrol GmbH.

safer sun bringt sämtliche Daten der Solaranlage anwenderfreundlich ins Internet. Per Mausklick kann schnell und verständlich der Solarstromertrag und der Solarkontostand überprüft werden. Wer zudem wissen möchte, wie groß der Umweltbeitrag (CO2-Reduktion) seiner Solaranlage ist, klickt auf die Seite „Umwelt“.

Und so funktioniert safer´Sun privat: Der Anlagenbesitzer wählt sich über www.meteocontrol.de mit seinem Paßwort im meteocontrol-Internetportal ein. Auf der geschützten Seite werden die individuellen Anlagendaten eingetragen. Den Rest erledigt safer´Sun privat, indem es die eingegebenen Energiedaten mit den aktuellen Wetterdaten der Meteomedia abgleicht und eine automatische Komplettauswertung für die Solarstromanlage vornimmt.

Das Bürgerbeteiligungsprojekt
Auf regionalen, solaren Klimaschutz setzt die S.A.G. Solarstrom AG. So soll noch im Jahr 2002 in der Region zwischen Ettenheim und Lörrach der erste Solarstrompark Oberrhein entstehen. Das Bürgerbeteiligungsprojekt Solarstrompark Oberrhein ist ein Angebot für die Menschen in der Region Oberrhein, Ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und dabei noch Geld zu verdienen", so Dr. Harald Schützeichel, Vorstand der S.A.G. Solarstrom AG.

Bereits mit dem Mindestbeitrag von 1.000 Euro wird die Menge Solarstrom erzeugt, die ausreicht, um 50 Prozent des persönlichen Strombedarfs zu decken. Der Solarstrompark Oberrhein ist ein Bürger-Beteiligungsprojekt mit 4,29 Prozent Rendite. Auf einer Gesamtfläche von rund 1.600 Quadratmetern werden künftig jährlich etwa 144 Megawattstunden Solarstrom produziert. Das entlastet die Umwelt Jahr für Jahr um rund 115 Tonnen des Klimagases CO2. Möglich geworden ist der Solarstrompark Oberrhein durch die kostenlose Bereitstellung von Dachflächen durch die Stadt Ettenheim und die Unternehmen Elektro Schillinger in Freiburg, Bohrerhof in Hartheim, Gärtnerei Piluweri in Müllheim und Ketterer+Liebherr in Lörrach. Zusätzlich erhält der Solarstrompark Oberrhein prominente und fachliche Unterstützung durch das Jörg Kachelmann-Unternehmen Meteomedia, den Europa Park in Rust und die Energieagentur Regio Freiburg. "Solarenergie ist ein zentraler Bestandteil unserer künftigen Energieversorgung. Wenn jeder seine Möglichkeiten nutzt, steht einer nachhaltigen Energieversorgung nichts mehr im Wege", begrüßt Rainer Schüle, Energieagentur Regio Freiburg, die Idee des Solarstromparks Oberrhein als Bürgerbeteiligungsprojekt. Die Idee der solaren Vernetzung der Region mit Solarkraftwerken an vielen verschiedenen Orten, soll die Solarenergie erlebbar in die direkte Nachbarschaft bringen.

Neue fortschrittliche Fertigungstechniken machen es heute möglich, großflächige amorphe Solarzellen mit hohen Wirkungsgraden herzustellen. Die Firma Sunset Energietechnik bietet bei den neuen KA Solargeneratoren durch die direkte Aufbringung der amorphen Siliziumschicht auf EVA-Kunststoff eine Verringerung des Gewichtes um nahezu die Hälfte im Vergleich mit herkömmlichen Modulen. Weiterhin ist seit Herbst 2002 die Leistungsgarantie auf 25 Jahre erhöht und die Leistungstoleranz auf 5 Prozent reduziert worden. Dies ist im Bereich von Dünnschichtmodulen nach Herstellerangabe weltweit einmalig.

Standards setzen für Solarmodule
Die wirtschaftliche und ökologische Betrachtung von Solarmodulen in netzgekoppelten Solarsystemen wurde Ende letzten Jahres in der Wagner Akademie zur Diskussion gestellt. Dreißig Installateure von Wagner & Co aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten mit Vertretern vom TISO-Institut in Lugano, BP Solar Madrid, dem TÜV Köln sowie der Firma Novatech aus Vellberg über Leistung und Energieerträge von Solarmodulen.

Mit diesem Forum startet Wagner & Co eine Seminarreihe, die sich mit aktuellen Themen der Photovoltaik befaßt. Nach Auffassung der Teilnehmer fehlt eine einheitliche und objektive Definition für die Erträge. "Der Kunde braucht keine virtuelle Leistung, sondern reale Energie", so das TISO-Institut. Derzeit sind viele Institute damit beschäftigt, einheitliche Leistungs- und Ertragsstandards festzulegen. Das ist nicht einfach, da es keine Pauschallösungen gibt. Die Firmen Novatech und UfH berichteten über lokale Initiativen und Vergleichsmessungen und stellten fest, daß gerade für regionale Projekte klare und nachvollziehbare Angaben erforderlich sind. Wagner & Co hat im vergangenen Jahr eine "Qualitätsfibel Solarmodule" erstellt. Dem Installateur soll damit ein Instrument zur Verfügung stehen, mit dem er den Privatkunden helfen kann, Leistung und Ertrag von Solarmodulen richtig einzuschätzen.

Fazit:
Der Zeitpunkt für die Investition in die umweltfreundliche und zukunftssichere Solartechnik ist äußerst günstig. Für Solarstromanlagen gibt es nach wie vor sehr günstige Kredite im 100.000 Dächer-Programm und eine Vergütung von 48,1 Cent für jede Kilowattstunde Solarstrom, die ins Stromnetz eingespeist wird. Angesichts des steigenden Ölpreises werden Hausbesitzer wieder vermehrt Solaranlagen installieren lassen.