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Donnerstag, 22. August 2002 |
Holzbaufachberatung und Informationsdienst sollen neu geregelt werden
Die Führungsgremien der Arge Holz und des Holzabsatzfonds (HAF) bemühen sich bereits seit einiger Zeit, eine neue, zukunftsfähige Struktur der Absatzförderung zu schaffen, bei der auch die Finanzierung langfristig gesichert ist. Dabei ist das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, die zentralen Marketingaufgaben zu bündeln, das Image und die Kompetenz des Informationsdienstes Holz mit seiner Fachberatung aufrechtzuerhalten und das freiwillige Engagement der Branche auszubauen. Das geht aus einer gemeinsame Pressemeldung von Holzabsatzfonds, Bonn, und Arge Holz, Düsseldorf, hervor:
Die anfangs eher langfristig angestrengten Überlegungen erhielten zuletzt eine ungeahnte Aktualität und Relevanz durch eine teilweise haushaltsrechtlich fehlerhafte Zuordnung der vom HAF zugewandten Mittel zu den Ausgaben der Arge Holz. Gleichwohl haben umfangreiche Prüfungen ergeben, dass alle Ausgaben entsprechend der Satzung der Arge Holz und im Sinne der Förderung der Holzverwendung gemacht wurden.
Zur Erläuterung: Als Anstalt des öffentlichen Rechts tätigt der HAF seine Zuwendungen als Fehlbedarfsfinanzierung entsprechend dem Subsidiaritätsgrundsatz. Auf der Grundlage dieses Prinzips hätten freiwillige Beiträge aus der Holzwirtschaft – also freie Mittel – nicht für zusätzliche Marketingprojekte eingesetzt werden dürfen sondern zur Reduzierung der öffentlichen HAF-Mittel führen müssen.
Nach intensiver Prüfung aller rechtlichen Möglichkeiten kommen die Führungsgremien von Arge Holz und HAF heute übereinstimmend zu der Erkenntnis, dass
- die Arge Holz aus den genannten formalen Gründen zu Rückzahlungen verpflichtet ist,
- der HAF wegen der zwingenden öffentlich-rechtlichen, insbesondere haushaltsrechtlichen Bestimmungen den Rückforderungsanspruch zwingend geltend machen muss,
- die Arge Holz als eingetragener Verein wegen des Rückforderungsanspruches und der angestrengten Finanzsituation insolvent wird.
Auf einem hochrangigen Branchentreff betonten alle Seiten ihren Kooperations- und Gestaltungswillen zugunsten einer rationellen und effektiven Fortführung der absatzorientierten Holzbaufachberatung auf höchstem Niveau. Die maßgeblichen Vertreter der Forst- und Holzwirtschaft erklärten sich zur Weiterführung ihres finanziellen Engagements bereit. Die konkreten Optionen für eine Neuorganisation werden nun mit Hochdruck von einer Unternehmensberatung herausgearbeitet.
Michael Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender des HAF-Verwaltungsrates, signalisierte: "Die Holzbaufachberatung gehört untrennbar zur Holzabsatzförderung. Es wäre ein strategischer Fehler, dieses Feld in Zukunft nicht mehr zu besetzen." Er betonte den Willen des HAF, bisher von der Arge Holz wahrgenommene Kernaufgaben fortzuführen. Der HAF sei auch daran interessiert, die unbestrittenen Leistungsträger der seit 1953 tätigen Informations- und Beratungsstelle sowie die Landesbeiräte Holz weiter einzubinden. "Wir wollen dieses Know-how erhalten, damit Holz zu dem Roh-, Werk- und Baustoff des 21. Jahrhunderts wird", so Prinz Salm-Salm, der den konstruktiven Verlauf der Beratungen hervorhob.
Der Präsident der Arge Holz, Carl-G. Berninghausen, richtete seinen Blick in ähnlicher Weise in die Zukunft. "Die jetzige Situation trägt in sich die Chance, bessere Strukturen zu schaffen. Alle Beteiligten müssen sich gemeinsam den Herausforderungen stellen." Von zentraler Bedeutung sei, "unseren sehr engagierten Mitarbeitern eine Perspektive zu geben und die laufenden Projekte abzusichern... Wir müssen unser Wissen, unser Netzwerk und unser hervorragendes Image erhalten und weiterhin ausbauen. Das geht am besten, indem wir Synergien nutzen und alle Marketingaktivitäten fokussieren", sagte Berninghausen.
Die Arbeit der Arge Holz habe indirekt dazu beigetragen, die Ertragslage der forstlichen Wirtschaft zu erhalten und zu sichern, erklärte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Hermann Ilaender. "Ich bewerte die heutige Situation mehr als Chance denn als Rückschlag. Absatzförderung aus einer Hand gibt der fragmentierten Forst- und Holzwirtschaft neue kollektive Schlagkraft." Die Teilnehmer der Sitzung waren sich am Ende sicher, dass die Branche in Zukunft noch stärker mit einer Stimme sprechen wird.
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